Neue Zahlen zur Wirksamkeit der Waldschlößchenbrücke

22. September 2014

  • Entlastung Königsbrücker größer als gedacht?
  • Stadt sollte Planungen für Stauffenbergallee schnell vorlegen.
  • Belastungen durch Lkw- und „Schleichverkehr“ sind zu reduzieren.

Die Stadtverwaltung präsentierte heute neue Messergebnisse zu den Auswirkungen der Waldschlößchenbrücke auf den Verkehr. Dazu Axel Bergmann, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsratsfraktion:

„Dass die Waldschlößchbrücke nach Schließung der Albertbrücke mehr genutzt wird, auf einigen Relationen zu deutlichen Reisezeitgewinnen führt und andere Brücken entlastet, war zu erwarten. Interessanter sind jedoch einige andere Ergebnisse, insbesondere der Rückgang des Verkehrs in der Königsbrücker Straße nördlich der Stauffenbergallee: Der Vorher-Nachher-Vergleich der Verkehrsbelegung in Höhe der Hermann-Mende-Straße zeigt, dass der Verkehr hier von knapp 19.900 auf rund 18.900 Kfz pro Tag um 5 Prozent abgenommen hat, beim Lkw-Verkehr war der Rückgang sogar doppelt so groß. Das ist überraschend, denn alle Prognosen sahen bislang einen deutlichen Anstieg der Verkehrsbelastung nördlich der Stauffenbergallee voraus. So schätzt die aktuelle Verkehrsprognose 2025 für diesen Bereich eine Anstieg auf 34.800 Kfz/Tag (!). Der festgestellte Rückgang setzt einen schon seit Jahren anhaltenden rückläufigen Trend fort (1996: 32 Tsd. Kfz/Tag, 2006: 28 Tsd., 2013: 24 Tsd.) und ist ein Grund mehr, einen übermäßig breiten Ausbau der Königsbrücker Straße südlich der Stauffenbergallee zu überdenken. Und es spricht auch dafür, die Sanierung der Königsbrücker Straße im Nordteil, wie von der Verwaltung jetzt im Haushalt vorgeschlagen, zunächst im Bestand durchzuführen mit späterer Erweiterungsoption. So können für Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer schneller Verbesserungen erzielt werden.

In der Stauffenbergallee hat die Belastung dagegen erwartungsgemäß deutlich zugenommen, wenn auch geringer als prognostiziert von rund 17.000 auf über 29.000. Der von der SPD mit unterstützte vierspurige Ausbau der Stauffenbergallee-Ost war darum richtig und auch der Ausbau der Stauffenbergallee-West sollte schnell entschieden werden. Eine Vorlage dazu wurde von Verwaltung bereits mal für Anfang 2013 in Aussicht gestellt, Mittel für die weitere Planung sind seit Jahren dafür im Haushalt verankert, doch die Vorlage steckt seit Monaten fest, weil man sich verwaltungsintern wohl nicht einig ist, ob man einen zwei- oder vierspurigen Ausbau vorschlagen soll. Auf der Westseite ist die Belegung deutlich geringer als auf der Ostseite und Fachleute sagen, dass eine Zweispurigkeit mit Aufweitung im Knotenbereich ausreicht, doch womöglich soll dies aus politischen Gründen nicht so präsentiert werden. Ich fordere den Baubürgermeister und die Verwaltungsspitze dazu auf, die Vorlage jetzt einfach mit beiden Varianten dem Stadtrat zur Entscheidung vorzulegen, damit es endlich weitergehen kann.

Nicht zuletzt ist es Aufgabe der Verkehrsplanung, die Folgebelastungen im Umfeld der Waldschlößchenbrücke zu minimieren. Es stimmt zwar, dass es für Lkws günstiger bleibt, auf der Autobahn zu bleiben, um vom Dresdner Osten in den Dresdner Norden zu kommen. Richtig ist aber auch, dass der Lkw-Verkehr in der Fetscherstraße um 85 Prozent zugenommen hat. Außerdem beschweren sich nicht wenige Anwohner über steigende Belastungen in den Seitenstraßen. Die SPD-Fraktion hatte rechtzeitig ein Maßnahmenkonzept gefordert und wird sich weiter dafür einsetzen, insbesondere die Wohngebiete zu schützen. Ich bin gespannt, was diesbezüglich die noch laufende Auswertung der Erhebungen zum „Schleichverkehr ergibt.“

Kontakt:

Bergmann

 

Axel Bergmann
Bau- und verkehrspolitischer Sprecher

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