LINKE, GRÜNE und SPD im Dresdner Stadtrat erfüllen ein weiteres Versprechen: Das Heinrich-Schütz-Konservatorium wird in städtische Trägerschaft überführt

13. September 2016

In seiner heutigen Sitzung wird der Kulturausschuss seine federführende Entscheidung zur Vorlage V1160/16 „Städtische Musikschule – Bildung eines Eigenbetriebes Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden“ treffen und dem Stadtrat den Vollzug der – bereits im April 2015 durch diesen einstimmig beauftragten – Rekommunalisierung des Heinrich-Schütz-Konservatoriums spätestens zum Schuljahresbeginn 2017/2018 empfehlen.

FrohwieserDazu Dana Frohwieser, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion: „Mit der Kommunalisierung dieser hervorragenden Institution der musikalischen Bildung in der Landeshauptstadt Dresden werden wir sicherstellen, dass noch mehr Kinder in Dresden in den Genuss dieser Ausbildung kommen können – egal ob sie in armen Familien aufwachsen oder in Wohlstand, egal in welchem Stadtteil sie leben. Hier wird die Basis gelegt für die Dresdner Kultur von Weltruf und für Spitzenmusikerinnen und -musiker, von denen beispielsweise die Dresdner Philharmonie lebt.“

Cornelia Eichner, für die Fraktion DIE LINKE Mitglied im Kultur- und im Bildungsausschuss, fügt hinzu: „Das Heinrich-Schütz-Konservatorium steht in der kulturellen und musikalischen Tradition dieser Stadt. Kulturelle Bildung – hier im Bereich Musik – ist wesentlich in der Entwicklung eines Menschen. Wie wichtig die Vermittlung humanistischer Werte ist, zeigt sich in dieser Stadt seit nunmehr fast 2 Jahren. Damit eine Teilhabe für alle Kinder, unabhängig von Sozialstatus oder Herkunft möglich ist, sorgen wir für eine gerechte Entwicklung des Anteils, den die Eltern an der Mitfinanzierung der Musikschule tragen – heute und in Zukunft.“

 „Das Heinrich-Schütz-Konservatorium hat sich in den vergangenen 20 Jahren in privater Trägerschaft hervorragend entwickelt. Mit 6.000 Schülerinnen und Schülern und einem Gesamtetat von über sechs Millionen Euro ist es aber inzwischen zu groß für ein Management in Vereinsträgerschaft. Mit der Kommunalisierung werden wir auch langfristig gute Arbeitsverhältnisse und faire Entlohnung der musikpädagogischen Fachkräfte sichern, die tausenden Kindern in dieser Stadt die Begeisterung für unsere kulturelle Tradition vermitteln und schon unzählige Preisträger/innen in verschiedenen Jugendmusikwettbewerben hervorgebracht haben“, so Ulrike Hinz, Sprecherin für Bildende Kunst der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN.

Hintergrund:

Die Kommunalisierung ermöglicht der Musikschule eine dauerhaft solide Basis mit höchstmöglicher Sicherheit für alle Beteiligten: Für Kinder, Eltern, Musikpädagoginnen und -pädagogen, Beschäftigte. Sie gewährleistet auch ein möglichst breitenwirksames Angebot an hochwertiger kultureller Bildung.

Seit nunmehr 20 Jahren wird das HSKD in einer privatisierten Vereinsträgerschaft geführt. Mit viel Engagement hat sie sich ein solides Fundament geschaffen. Heute genießen ca. 6.000 Schülerinnen und Schüler – und damit fast doppelt so viele wie 1996 ­– musikalische Elementarbildung, Instrumental- und Vokalunterricht, Tanzausbildung. Die Ensemblearbeit ist ein besonderes Merkmal der Musikschule und der Verein trägt auch die Dresdner Schulkonzerte. Die Verflechtungen mit der Landeshauptstadt Dresden sind schon heute hoch. Im achtköpfigen Vorstand des HSKD ist die Kulturbürgermeisterin institutionelles Mitglied, ein weiterer Bürgermeister und eine Stadträtin sind von der Mitgliederversammlung gewählte Vorstandsmitglieder. 2016 beträgt die Förderung durch die Stadt Dresden – die im Jahr 2008 die drohende Insolvenz des Trägervereines verhinderte – fast 2,2 Mio. Euro und damit 36% des Gesamtetats. Die Elternbeiträge machen heute mit 2,7 Mio. Euro den größten Teil des Haushaltes des HSKD aus. Den Hauptsitz in der Glacisstraße mietet der Verein von der städtischen Stesad GmbH und die neue Außenstelle im Kraftwerk Mitte von der städtischen DREWAG GmbH.

„Es braucht nicht Beethoven oder Bach zu sein. Dass überhaupt Musik in der Welt ist und dass ein Mensch von Tönen bis ins Herz bewegt werden kann, ist tiefer Trost.“ Hermann Hesse (1877-1962), deutscher Schriftsteller (Quelle: Internetseite des Heinrich-Schütz-Konservatoriums, www.hskd.de)

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