Die touristische Infrastruktur weiter entwickeln durch eine Verbesserung des mehrsprachigen Wegeleitsystems in Dresden im Rahmen der Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025

ANTRAG – Interfraktionell:

Fraktion DIE LINKE
Bündnis 90/DIE GRÜNEN
SPD-Fraktion

Aktueller Stand im Ratsinfosystem

Beschlussvorschlag:

Der Oberbürgermeister wird beauftragt:

1. Ein Konzepte für eine Überarbeitung und Weiterentwicklung des „mehrsprachiges Wegeleitsystem” in der Stadt Dresden zu erstellen.

Dabei ist zu prüfen und einzubeziehen:

– ob die Sprachen Deutsch und Englisch ausreichend sind oder Erweiterungen durch weitere Sprachen (z. B. Tschechisch oder Polnisch) erfolgen sollten;

– welche weiteren touristischen Punkte oder Sehenswürdigkeiten in den Stadtteilen mit in das Wegeleitsystem und Verkehrsleitsystem aufgenommen werden sollten;

– wie Aspekte der Sichtbarkeit (z. B. Beleuchtung, Farbgestaltung), Barrierefreiheit, Nutzerfreundlichkeit (z. B. Ausrichtung der Orientierungskarte, Hierarchie der Texte), Aktualität und die Erweiterung um Servicepunkte (WC, Mobilitätspunkte, Touristeninformation, Fernradwege u.a.m.) Berücksichtigung finden können.

– eine Integration eines Informationssystems (analog oder digital) wie z. B. zu der Historie der Stadt Dresden, zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten.

2. Dazu soll eine Evaluierung des touristischen Leitsystems unter der Berücksichtigung der Wirksamkeitsbereich der anderen bestehenden Leitsysteme, die sich an unterschiedliche VerkehrsteilnehmerInnen als Zielgruppe wenden.

3. Die lokalen Aktiven, wie zum Beispiel Bürgerinitiativen, Vereine und Ortsbeiräte/

Ortschaftsräte sowie Behindertenverbände sind in die Entwicklung eines Konzeptes einzubeziehen.

Das Konzept soll geschäftsbereichsübergreifend entwickelt werden und bis 31.Juli 2018 dem Stadtrat vorgelegt werden.

 

Beratungsfolge:

Ältestenrat nicht öffentlich beratend
Dienstberatung des Oberbürgermeisters nicht öffentlich beratend
Ausschuss für Kultur und Tourismus nicht öffentlich 1. Lesung (federführend)
Ortsbeirat Altstadt öffentlich beratend
Ortsbeirat Blasewitz öffentlich beratend
Ortsbeirat Cotta öffentlich beratend
Ortsbeirat Klotzsche öffentlich beratend
Ortsbeirat Leuben öffentlich beratend
Ortsbeirat Loschwitz öffentlich beratend
Ortsbeirat Neustadt öffentlich beratend
Ortsbeirat Pieschen öffentlich beratend
Ortsbeirat Plauen öffentlich beratend
Ortsbeirat Prohlis öffentlich beratend
Ortschaftsrat Altfranken öffentlich beratend
Ortschaftsrat Cossebaude öffentlich beratend
Ortschaftsrat Gompitz öffentlich beratend
Ortschaftsrat Langebrück öffentlich beratend
Ortschaftsrat Mobschatz öffentlich beratend
Ortschaftsrat Oberwartha öffentlich beratend
Ortschaftsrat Schönborn öffentlich beratend
Ortschaftsrat Schönfeld-Weißig öffentlich beratend
Ortschaftsrat Weixdorf öffentlich beratend
Beirat für Menschen mit Behinderungen öffentlich beratend
Integrations- und Ausländerbeirat öffentlich beratend
Ausschuss für Wirtschaftsförderung nicht öffentlich beratend
Ausschuss für Kultur und Tourismus nicht öffentlich beratend (federführend)
Stadtrat öffentlich beschließend

 

Begründung:

Dresden hat bisher ein Wegeleitsystem mit 52 Stelen, welches sich auf den 26-er Ring und die innere Neustadt konzentriert. Auch in den Stadtteilen befinden sich kulturelle und architektonische Sehenswürdigkeiten, welche berücksichtigt werden sollten.

2000-2002 veranlasste der Freistaat einen zweistufigen Wettbewerb (zuerst einen Ideenwettbewerb, danach einen Realisierungswettbewerb). Unter den vier in die engere Wahl gezogenen Teilnehmern des Ideenwettbewerbes war die Arbeitsgemeinschaft freier Architekten (Wieland, N. Gordin, A. Rieger und W. Becker) mit ihrem preisgekrönten Entwurf „Dresdner Spuren”. Damals wurde aufgrund des finanziellen Aufwands die Umsetzung vom Stadtrat abgelehnt. Auf jeden Fall wird es sich lohnen den Entwurf „Dresdner Spuren” noch einmal genauer zu betrachten und in die Entwicklung des neuen Konzepts einzubeziehen.

Dresden bewirbt sich als Europäische Kulturhauptstadt 2025. Das macht es nötig, das bestehende Leitsystem unter neuen Gesichtspunkten zu betrachten: Innovation, authentischer Blick auf die Stadt, Lieblingsräume von Dresdnern für die Gäste erklärt, weiterführende Informationen über Geschichte, Persönlichkeiten sowie Service, ein Angebot weiterer Sprachen.

Das bestehende System ist zum Teil veraltet, schlecht sichtbar, es ist nicht immer nutzerfreundlich und es ist nicht barrierefrei. An einigen Stellen sind die Folgen von Vandalismus sichtbar.

Unter dem Oberbegriff „Wegeleitsystem” werden Radwege-Leitsysteme, Fußgänger-Wegeleitsysteme, Touristische Wegeleitsysteme und andere verstanden. Mittel, die im Rahmen von Wegeleitsystemen zum Einsatz kommen, sind Richtungsschilder, Gebäudeschilder, Lagepläne und elektronische Informationssysteme. Auch Gegenstände, die in den Bereich Stadtmöblierung gehören, wie Straßenschilder, Verkehrszeichen, Hausnummern etc. können als Mittel der Wegeleitung eingesetzt werden. Wichtig ist, ein Wegeleitsystem ganzheitlich zu betrachten, es soll den unterschiedlichen Verkehrsteilnehmerinnen und Teilnehmen, sowie allen Nutzerinnen und Nutzern Rechnung tragen. Dabei kann das Wegeleitsystem mehrstufig erfolgen und muss unterschiedliche Rezeptionswege nutzen.

Neben der reinen Orientierungsfunktion soll ein Informationsleitsystem erstellt werden. Hier gilt zu evaluieren, ob weiterführende Informationen nicht auch digital angeboten werden können. Die Möglichkeiten einer App, City-Audioguide, QR-Codes an Stelen, Infoterminals (kombiniert mit Stadtmöblierung, Mobilitätspunkte etc.) sollten dabei in Betracht gezogen werden.

Auch in den Stadtteilen befinden sich kulturelle und architektonische Sehenswürdigkeiten, welche berücksichtigt werden sollten. Dazu gibt es Gedanken und Ideen von Initiativen, Vereinen, Ortsbeiräten und Ortschaftsräten aus den Stadtteilen und Ortschaften, welche unter anderem „Geschichten” zu ihren Stadtteilen erzählen können. Mit ihnen kann eine breite Beteiligung organisiert werden und das bietet den Dresdner Gästen eine Informationstiefe, die zu einem wirklichen Kennenlernen Dresdens, der Stadt-der Landschaft – der Menschen, führen kann. Ziel sollte es sein, dass die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit haben sich ein individuelles Gesamterlebnis Dresden zusammenzustellen. Das wird sie veranlassen länger zu bleiben, wiederzukommen und die Stadt zu empfehlen.

Finanzierung: Die Deckung erfolgt aus dem Produkt 10.100.11.1.2.09 des Amtes für Presse und Öffentlichkeitsarbeit

André Schollbach                                                Christiane Filius-Jehne                                                Christian Avenarius
Fraktion DIE LINKE                                              Bündnis 90/DIE GRÜNEN                                           SPD-Fraktion

Thomas Löser
Bündnis 90/DIE GRÜNEN

 

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