Unterstützung für wohnungslose Menschen in Dresden

24. April 2018

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG
Fraktionen DIE LINKE, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, SPD

RGR will Infrastruktur für professionelle Hilfe ausbauen und verbessern

Hilfe für diejenigen, die sie dringend brauchen. In der heutigen Sitzung des Ausschusses für Soziales und Wohnen wurde der rot-rot-grüne Antrag „Unterstützung für wohnungslose Menschen in Dresden“ gegen die Stimmen der CDU mit acht zu fünf beschlossen.

Obgleich die Wohnungsnotfallhilfe in der Sächsischen Landeshauptstadt durch ein ausreichendes Angebot an Unterbringungseinrichtungen in Form von Übergangswohnheimen geprägt ist, bedarf es dennoch vor allem in den Wintermonaten das Engagement der Dresdner Nachtcafés – ein ökumenisches Angebot mehrerer Kirchgemeinden in der Stadt. Um dieses Angebot auch in Zukunft aufrecht erhalten zu können, haben LINKE, GRÜNE und SPD nun in einem gemeinsamen Antrag die finanzielle Unterstützung mit Sach- und Investitionsmitteln beschlossen.

Zudem soll ein mobiles Angebot in der Wohnungsnotfallhilfe auf den Weg gebracht werden. In Form eines Interessenbekundungsverfahrens soll ein Träger zur Einrichtung eines Duschbusses mit sanitären Anlagen und der Möglichkeit zur Köperhygiene gefunden werden. Einige wohnungslose Menschen entscheiden sich aus unterschiedlichen Gründen von der Unterbringung in städtischen Einrichtungen keinen Gebrauch zu machen. Es fehlt ihnen oft an den elementarsten Dingen. Das mobile Angebot soll den Zugang zu Waschgelegenheiten für wohnungslose Menschen in Dresden ausbauen und sie gleichzeitig niederschwellig sozialpädagogisch erreichen, um ihnen Hilfsangebote zu unterbreiten.

Dazu erklärt Vincent Drews, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion:

Die Dresdner Nachcafés sind ein deutschlandweit einmaliges Angebot, dass in der kalten Jahreszeit eine wichtige Ergänzung zu den städtischen Hilfen für wohnungslose Menschen ist. So kann sichergestellt werden, dass niemand im Winter im Freien schlafen muss und Gefahr läuft zu erfrieren. Daher sind wir den kirchlichen Trägern und den Ehrenamtlichen sehr dankbar für ihre Arbeit und möchten sie gern unterstützen. Gleichzeitig respektieren wir den Wunsch, dass das Angebot weiterhin grundsätzlich aus Spenden und von Ehrenamtlichen getragen wird. Mit den Mitteln für Schlafsäcke, eine neue Waschmaschine oder kleinere Reparaturen schaffen wir dennoch eine sinnvolle wie notwendige Unterstützung.“

Die Stadträtin der LINKEN im Sozialausschuss, Pia Barkow, ergänzt:

Die Zahlen Wohnungsloser steigen in Dresden – wenn auch deutlich langsamer als in vielen anderen Großstädten. Die seit Jahren ständig steigenden Mieten führen dazu, dass Menschen ihre Wohnung verlieren oder aber keine im niedrigen Preissegment finden. Daher bauen wir die Präventionsarbeit aus, aber eben auch die Unterstützung und Angebote für Menschen ohne feste Bleibe.“

Abschließend erklärt Tina Siebeneicher, Sprecherin für Asyl und Migration der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN:

Unsere Aufgabe ist es sicherzustellen, dass die städtische Hilfe bei möglichst vielen Menschen in Not ankommt. Mit einem „Duschbus“, der in der Stadt und auch am Stadtrand unterwegs ist, wollen wir ein neues, ganz praktisches Angebot schaffen. Es soll Menschen erreichen, die nicht in die städtischen Einrichtungen kommen. Die Möglichkeit, sich zu waschen und saubere Kleidung zu erhalten, soll den Betroffenen ein Stück ihrer Menschenwürde zurückgeben. Wir sehen die Not und versuchen zu helfen. Die Idee kommt ursprünglich aus den USA, vor allem in San Francisco gehören solche Busse seit Jahren zum Stadtbild.“

 

Kontakt:

Vincent Drews
Sprecher für Sozialpolitik
vincent.drews@spd-fraktion-dresden.de