Kein Kind zurücklassen

22. August 2018

SPD-Fraktion begrüßt Umsetzung sozialdemokratischer Forderungen in der Bildungspolitik

Die Bildungschancen von Kindern in Dresden hängen stark von ihrem Wohnort ab. Soziale Problemkonstellationen zeichnen sich vor allem in den Stadtteilen Prohlis und Gorbitz, aber auch in Reick, Leuben und der Johannstadt ab. Dies belegten bereits die Bildungsberichte von 2012 und 2014. Unter den vom Freistaat gesetzten Rahmenbedingungen gelingt es den Kindertagesstätten und Grundschulen leider oft nicht, die sozialisationsbedingten Nachteile ausreichend zu kompensieren und damit gleiche Bildungschancen für alle zu schaffen. Um auf diese lange bekannten Erkenntnisse endlich zu reagieren, will die Landeshauptstadt in 13 besonders geforderten Kindertageseinrichtungen während der Betreuungskernzeiten das Personal verdoppeln.

Dazu erklärt die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Dana Frohwieser:

Zwar handelt es sich formal nicht um eine Verdopplung des Betreuungsschlüssels, da die Kitas zusätzliches Personal für kulturelle, sprachliche oder sportliche Bildung einbinden sollen und nicht mehr Erzieher/innen, aber wir begrüßen ausdrücklich, dass der Oberbürgermeister in Dresden nun endlich sozialdemokratische Bildungspolitik umsetzt. ‚Kein Kind zurücklassen‘ haben wir in der Vergangenheit leider zu oft umsonst gefordert. Auf Landesebene ist es der SPD leider bisher nicht gelungen, dem Koalitionspartner CDU den Betreuungsschlüssel von 1:3 in Krippen, 1:7,5 in Kindergärten und 1:12 im Hort abzuringen. Hier beschreitet die Landeshauptstadt Dresden im Rahmen ihrer Möglichkeiten nun endlich den richtigen Weg.”

Auch der Stadtratsbeschluss vom 19. April 2018 soll mit dem vorgestellten Programm nun schnell umgesetzt werden. Hier hatten LINKE, GRÜNE und SPD den Oberbürgermeister beauftragt, das Programm „Aufwachsen in sozialer Verantwortung”, mit welchem in Dresden seit 2008 25 Kitas mit besonderen Herausforderungen durch zusätzliche sozialpädagogische Fachkräfte unterstützt werden, auf Horte an Grundschulen auszuweiten.

Am Ende muss unser Ziel bleiben, mehr pädagogische Fachkräfte in unsere Kitas und Grundschulen zu bekommen. Die Verstetigung und Ausweitung etablierter und wissenschaftlich begleiteter Projekte wie das Familienklassenzimmer oder ‚Aufwachsen in sozialer Verantwortung‘ trägt die SPD-Fraktion jederzeit mit den notwendigen finanziellen Mitteln gern mit. Wir sind uns dabei natürlich auch bewusst, dass uns hier der Fachkräftemangel auch im Bereich von Erzieherinnen und Erziehern vor gehörige Herausforderungen stellt. Deshalb wollen wir mit unserem Antrag für eine Fachkräftestrategie im Stadtrat am 30. August 2018 den Oberbürgermeister entsprechend beauftragten. Zur erfolgreichen Umsetzung der Bildungsstrategie wird am Ende auch gehören, dass die Kommunen beim Freistaat auf deutlich mehr Ausbildungskapazitäten für pädagogische Fachkräfte drängen”, sagt Frohwieser abschließend.

 

Kontakt:

Dana Frohwieser
Fraktionsvorsitzende
Bildungspolitische Sprecherin
dana.frohwieser@spd-fraktion-dresden.de