Wildwuchs von Hochhäusern im Stadtbild verhindern – Leitbild Hochhausentwicklung für Dresden entwickeln

ANTRAG – Interfraktionell:

Fraktionen SPD
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
DIE LINKE.

Aktueller Stand im Ratsinfosystem

Beschlussvorschlag:

1) Der Oberbürgermeister wird beauftragt, bis zum 28. Februar 2019 ein Leitbild für eine Hochhausentwicklung in Dresden zu entwickeln und diese dem Stadtrat zum Beschluss vorzulegen.

2) Im Rahmen der Leitbildentwicklung sind für geplante Hochhausverfahren unter anderem folgende Fragen zu klären:

a. Sind Vorgaben für generelle Höhenbegrenzungen festzulegen?

b. Wie werden Belange des Denkmalschutzes in die mögliche Standortfindungen frühzeitig einbezogen?

c. Welche grundsätzlichen Festlegungen zur Gestaltung sind nötig?

d. Sind öffentliche Nutzungen im Erdgeschoss und den Dachgeschossen festzulegen?

e. Wie wird die unmittelbar betroffene Öffentlichkeit einbezogen und informiert?

f. Wie werden die in den Regelungen zu Gestaltungsgrundsätzen von 1996 festgesetzten Blickbeziehungen geschützt?

g. Wie werden Belange der Klimawandelanpassung einbezogen (insbesondere geringe Versiegelung, Dach und Gebäudebegrünung, Regenwassernutzung, Verschattungselemente, Hitze abweisende Farbwahl)?

 

Beratungsfolge:

Ältestenrat 24.09.2018 nicht öffentlich beratend
Dienstberatung des Oberbürgermeisters nicht öffentlich beratend
Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften nicht öffentlich 1. Lesung (federführend)
Ausschuss für Kultur und Tourismus (Eigenbetrieb Heinrich-Schütz-Konservatorium) nicht öffentlich beratend
Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften nicht öffentlich beratend (federführend)
Stadtrat öffentlich beschließend

 

Begründung:

Die Stadt Dresden hat in ihrer historischen Entwicklung bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts Hochhausentwicklungen sehr stark reglementiert. Eine Ausnahme war dabei das Alberthochhaus am Alberplatz. Die einzigen Hochpunkte bildeten über Jahrhunderte repräsentative Gebäude des öffentlichen oder religiösen Lebens wie beispielsweise die Frauenkirche, Dreikönigskirche oder das neue Rathaus. Die harmonische Wirkung der Stadtsilhouette und die Blickbeziehungen in das Umland der Stadt bestimmten die Diskussion um die Stadtentwicklung. In der DDR wurde beispielsweise durch den Bau der Hochhäuser am Terrassenufer, am Käthe-Kollwitz-Ufer, am Pirnaischen Platz sowie am Fritz-Löffler-Platz diesem Gestaltungsprinzip der Stadtentwicklung nicht mehr gefolgt. Die Wirkungen der Hochpunkte im Stadtbild werden bis heute teilweise kontrovers diskutiert.

Mit dem Bau des World Trade Center gab es nach 1990 den Bau eines Hochhauses an der Peripherie der Innenstadt. Die Wirkung der Blickbeziehungen vor allem von den Dresdner Elbbrücken wurde kritisch diskutiert. In jüngster Zeit gab es mit den Planungen zur Hafencity in der Leipziger Vorstadt den Vorschlag, auch an dieser Stelle ein höheres Gebäude einzuordnen, welches sich vor den Radebeuler Elbhängen deutlich sichtbar eingeordnet hätte.

In Dresden als wachsender Stadt wird perspektivisch bei zunehmender Flächennachfrage die Ausnutzung des Baugrundes und damit die Frage von Gebäudehöhen diskutiert werden. Um diese Entwicklung konzeptionell zu steuern, braucht es ein Leitbild Hochhausentwicklung. Ein durch ökonomische Nachfrage geprägter Wildwuchs von Hochhäusern muss im Interesse des Stadtbildes vermieden werden.

 

André Schollbach
Fraktion DIE LINKE.

Christiane Filius-Jehne
Thomas Löser
Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Dana Frohwieser
SPD-Fraktion