Interfraktioneller Antrag „Dresdens Märkte und Feste plastikfrei“ eingereicht

30. Januar 2019

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG
Fraktion DIE LINKE, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, SPD-Fraktion

In einem interfraktionellen Antrag (A0565/19) möchten die Fraktionen der Stadtratskooperation den Plastikmüll in der Landeshauptstadt eindämmen. In dem Antrag wird der Oberbürgermeister beauftragt zu prüfen, wie der Leitsatz der Müllvermeidungstrategie Dresdens: „Abfall gar nicht erst entstehen zu lassen“ verwirklicht werden kann. Das Catering auf Veranstaltungen der Stadt selbst, im Stadtgebiet sowie in kommunalen Einrichtungen (z.B. Zoo, Freibäder) soll zukünftig ohne Wegwerfgeschirr und -besteck auskommen.

Kerstin Wagner (Die Linke):

Es geht ja nicht nur um Plastikmüll, den wir reduzieren wollen und müssen. In allen Einwegverpackungen stecken Ressourcen, und immer sind sie nach kurzer Nutzung nur noch Müll. Unter entsprechenden Bedingungen wäre der Großteil schlicht überflüssig. Schließlich nutzen wir ja zu Hause auch Geschirr und Besteck, das wir aufwaschen. Als Kommune können wir schon bei Ausschreibungen von Cateringleistungen die Bedingung an Mehrwegverpackungen stellen. Das sollten wir tun!

Wolfgang Deppe (Bündnis 90/Die Grünen):

Plastikmüll ist zu einem Riesen-Umweltproblem geworden. Nicht verrottendes Plastik aus Tüten und Verpackungen vermüllt Meere und Küsten, lässt Fische, Vögel, Robben und Delphine sterben und gelangt zunehmend über Nahrungsfische auch in die menschliche Ernährung. Deutschland liegt in Europa ganz vorn in der Erzeugung von Plastikmüll. In Dresden sind es 16.500 Tonnen pro Jahr, also 30 kg pro Einwohner. Nach einer jüngsten SPIEGEL-Reportage wird nur ein geringer Teil davon recycelt. Es ist daher notwendig, energisch gegen die Entstehung von Plastik- und anderem Verpackungsmüll vorzugehen.
Die Vermeidung ist dabei sehr einfach. Häufig sind Verpackungen völlig überflüssig. Wenn nötig, stehen umweltfreundlichere Alternativen zur Verfügung. Die Stadt Dresden kann und muss dazu ihren Beitrag leisten. Unser Antrag zielt darauf ab, dass auf den städtischen Märkten Plastiktüten und -tragetaschen komplett verschwinden. In städtischen Einrichtungen wie dem Zoo oder den Bädern und auf städtischen Festen und Veranstaltungen sollen Plastik- oder Pappbecher und -teller passé sein und die Verwendung von Mehrweggeschirr verpflichtend werden. Dass das sehr gut funktioniert, zeigen die evangelischen oder katholischen Kirchentage mit hunderttausend Besuchern seit vielen Jahren.

Hendrik Stalmann-Fischer (SPD):

Wer einmal an den Elbwiesen Müll gesammelt hat sieht, dass kein Quadratmeter mehr frei von kleinen Plastikschnipseln ist. Im Frühjahr werden sich wieder tausende bei ‘Sauber ist schöner’ am Frühjahrsputz in der Stadt beteiligen und ähnliche Erfahrungen in ihren Stadtteilen machen. Es ist dringend geboten, als Stadt mit gutem Beispiel und im Sinne der Vermeidung von Plastikmüll für ein saubereres und umweltfreundliches Dresden voranzugehen. Nur so können sich auch langfristig Alternativen durchsetzen.

 

Kontakt:

Hendrik Stalmann-Fischer
Sprecher für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Umwelt
hendrik.stalmann-fischer@spd-fraktion-dresden.de