Neuer Weg für die Volkshochschule? – LINKE, GRÜNE und SPD starten Initiative

INTERFRAKTIONELLE PRESSEMITTEILUNG
18.05.2020

Im letzten Jahr wurden durch die Volkshochschule 921 Kurse angeboten, rund 11000 Menschen nahmen Angebote wahr. Die Absicherung dieser Angebote gelang der VHS Dresden mit weniger Personal als durch die meisten anderen Volkshochschulen in der Bundesrepublik benötigt. Die Dresdner VHS kommt ihrem Auftrag der Daseinsfürsorge nach, der Bildungsmöglichkeit für ALLE.

Allerdings fehlt es der Volkshochschule mit der politisch gewollten Ausweitung ihres Angebots an  ausreichender und planbarer finanzieller Unterstützung. Zu dieser Einschätzung ist in der Vergangenheit auch der Kulturausschuss gekommen und beschloss, 400.000 Euro zusätzlich für die VHS bereitzustellen. Zur Umsetzung dieses Beschlusses wird es in der durch die Corona-Krise angespannten Haushaltslage wohl nicht kommen. Umso dringlicher ist nun eine Debatte über zukünftige Rechtsform und Finanzierung der Volkshochschule. Darauf zielen die Fraktionen von LINKEN, SPD und GRÜNEN mit einem nun eingereichten Antrag ab.

Dazu LINKEN-Stadträtin Anja Apel, Mitglied im Kultur- und im Bildungsausschuss:

Erstaunt und zunehmend wütend erlebe ich die Selbstverständlichkeit, mit der einige verantwortliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt auf das Honorarniveau der Lehrkräfte der VHS schauen. Hier arbeiten Menschen mit Studienabschluss aus den verschiedensten Fachrichtungen für ein beschämendes Honorar zwischen 15 und 25 Euro pro Unterrichtsstunde – inklusive Vorbereitung. Durch die fehlenden Erhöhungen der Vergangenheit finden sich die Lehrkräfte mittlerweile unter dem Mindestlohn wieder. Die Lehrkräfte haben ein besseres Honorar verdient und die Lernenden an der Volkshochschule stabile, weiterhin bezahlbare Gebühren. Es bleibt also nur der Blick auf alternative Finanzierungsformen für die VHS.

Christiane Filius-Jehne, Fraktionsvorsitzende und Kulturpolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen ergänzt:

Die Volkshochschule als wichtige gemeinnützige Einrichtung der Erwachsenen- und Weiterbildung kann ihrer Aufgabe, das mussten wir erkennen, nicht in Form eines eingetragenen Vereins nachkommen. Es geht also darum, diese wichtige Bildungseinrichtung organisatorisch auf stabile Beine zu stellen und es ihr gleichzeitig zu ermöglichen, flexibel auf die unterschiedlichen Herausforderungen, der sie sich gegenübersieht, zu reagieren. Die Vereinsform scheint hierfür nachweislich ungeeignet. Wir brauchen also eine andere Rechtsform, die den Belangen der VHS gerecht wird und gleichzeitig für die Landeshauptstadt Dresden finanzierbar ist. Diese zu finden ist Sinn und Zweck des Antrags.

Richard Kaniewski, Kulturpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Dresdner Stadtrat:

Die Volkshochschulen sichern lebenslanges Lernen ab. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag in unserem Bildungssystem. Damit sie ordentlich arbeiten können, müssen sie auskömmlich finanziert sein. Aus unserer Sicht ist das in Dresden in der aktuellen Rechtsform nicht mehr gegeben. Wenn wir die guten Bildungsangebote halten wollen, dann müssen wir die VHS auch in die Lage dazu versetzen. Der Antrag nimmt genau das ins Visier: Optionen prüfen, sich für eine bessere Variante entscheiden können um dann weiter gute Arbeit auskömmlich sichern zu können. Wir alle sind der Volkshochschule Dresden für ihre Arbeit außerordentlich dankbar. Nun ist es an uns, ihr unter die Arme zu greifen.