Corona-Folgen mildern: Kommunales Sommerschulprogramm

ANTRAG
SPD-Fraktion

Aktueller Stand im Ratsinfosystem

Beschlussvorschlag:

Der Oberbürgermeister wird beauftragt

1. gemeinsam mit den Städtischen Museen und dem Verkehrsmuseum, mit den städtischen Kultureinrichtungen, dem Bäderbetrieb und in Kooperation mit Dresdner Hochschulen, soziokulturellen Einrichtungen und ähnlichen Einrichtungen Sommerschulangebote zu entwickeln für Dresdner Schülerinnen und Schüler aller Altersklassen, die aufgrund der wochenlang geschlossenen Schulen massiv Unterrichtsstoff verpasst haben.

  •  Die Angebote sollen soweit möglich vor Ort in den Stadtteilen stattfinden, insbesondere in den Stadtteilen, die laut Bildungsbericht zum Entwicklungsraum 1 und 2 ((sehr) starke soziale Belastung) gehören.
  • Für die Angebote soll eine Nutzung von öffentlichen Gebäuden, Schulgebäuden etc. unkompliziert ermöglicht werden, damit die Einrichtungen vor Ort vielfältige, bunte Angebote unterbreiten können.
  • Bei der Bäder GmbH sollen Schwimmunterrichtseinheiten (Flächen und Personal) angemietet werden, um insbesondere kostenlose (bzw. mit geringem Eigenanteil) Schwimmkursangebote für Zweit- und Fünftklässler anzubieten, deren Unterricht Corona-bedingt ausgefallen ist.

2. Für notwendige Sach- und Personalkosten (Mieten, Schwimmlehrer*innen, Museumspädagog*innen aus Kurzarbeit, studentische Honorare, Materialkosten u.ä) beschließt der Stadtrat die Bereitstellung von 100.000 Euro aus dem Budget des Geschäftsbereichs des Oberbürgermeisters, die von der Haushaltssperre ausgenommen werden.

Beratungsfolge:

Ältestenrat
22.06.2020
nicht öffentlich
beratend

Dienstberatung des Oberbürgermeisters
30.06.2020
nicht öffentlich
zur Information

Stadtrat
25.06.2020
öffentlich
beschließend

Begründung:

Aktuell wird eine Vielzahl von Rettungsschirmen, Hilfsfonds, Steuererleichterungen u.v.m. mehr auf den Weg gebracht, um kurzfristig Wirtschaft und Unternehmen von den Folgen der Corona- Pandemie zu entlasten. Gleichzeitig liegen hinter den Dresdner Schülerinnen und Schülern bereits 12 Wochen eingeschränkter Unterricht, auch die verbleibenden fünf Schulwochen werden voraussichtlich keine Rückkehr zum normen Unterrichtsvolumen bringen.
Grundschüler*innen werden inzwischen wieder in den Schulen unterrichtet, jedoch nur in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Sachunterricht. Weiterführende Schulen unterrichten nur im stark reduzierten Präsenzbetrieb und weiterhin tage- oder wochenweise mittels Homeschooling. Expert*innen warnen mittlerweile vor den nachhaltigen Folgen für die Bildungs- und spätere Berufslaufbahn der Kinder- und Jugendlichen, die in den kommenden
Jahren auch der hiesigen Wirtschaft als Fachkräfte zur Verfügung stehen sollen.

Die bevorstehenden Sommerferien böten die Möglichkeit, Kindern und Jugendlichen ein deutlich über das übliche Ferienpass-Angebot hinausgehendes kommunales Sommerschulprogramm anzubieten. Zur Realisierung bedarf es der eilbedürftigen Behandlung des Antrages.

Der massive Unterrichtsausfall aufgrund der Corona-bedingten Schulschließungen konnte für viele Kinder aus unterschiedlichsten Gründen nur sehr bedingt durch das sogenannte Homeschooling kompensiert werden. Beispielsweise der ausgefallene Schwimmunterricht v.a. der 2. Klassen war für die Eltern nicht kompensierbar. Bereits vor Corona warnte die DLRG, dass fast 60% der 10-Jährigen in Deutschland nicht sicher schwimmen können.
Pädagogische Angebote in den Museen (z.B. Mathematikland Technische Sammlungen und MuseumsMobil Verkerkehrsmuseum), die schulische Ausfälle zumindest abfedern könnten, fallen aber weiterhin aus, viele Mitarbeiter*innen sind in Kurzarbeit. Musische, künstlerische und sportliche Schulinhalte könnten zumindest in den Sommerferien ein Stückweit kompensiert werden. (Lehramts-)Studierende könnten sich in den Sommerferien zum dringend notwendigen Lebensunterhalt so sinnvoll etwas hinzuverdienen. Zur kurzfristigen Koordinierung des Projektes verfügt die Landeshauptstadt über Strukturen wie beispielsweise die Kinderbeauftragte und das Bildungsbüro.

Dana Frohwieser
Fraktionsvorsitzende