Kinder haben ein Recht auf Bildung – SPD-Fraktion fordert Rettungsschirm für Kinder und Jugendliche

PRESSEMITTEILUNG
18.06.2020

Der massive Unterrichtsausfall aufgrund der Corona-bedingten Schulschließungen konnte für viele Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichsten Gründen nur sehr bedingt durch das sogenannte Homeschooling kompensiert werden. Auch die verbleibenden fünf Schulwochen werden voraussichtlich keine Rückkehr zum normalen Unterricht bringen. Expert*innen warnen mittlerweile vor den nachhaltigen Folgen für die Schülerinnen und Schüler und ihre zukünftigen Lebens- und Berufswege.¹

Aufgrund dieser Entwicklung hat die SPD-Fraktion Dresden nun einen Antrag eingebracht. Dieser soll ein kommunales Sommerschulprogramm ermöglichen, welches Kindern und Jugendlichen über klassische Ferienpass-Angebote hinaus in den großen Ferien kostenlose und den Ferien angemessene Kursangebote bietet. Zur Realisierung bedarf es jedoch der eilbedürftigen Behandlung im Stadtrat.

Hierzu erklärt Dana Frohwieser, Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der SPD im Dresdner Stadtrat:

Die Ferien sind zuerst einmal zur Erholung der Schüler*innen da, die viele nach den für die Familien aberwitzig anstrengenden Homeschooling-Wochen dringend nötig haben. Gleichzeitig sind Erholungsmöglichkeiten aber auch Bildungschancen nicht erst seit Corona höchst ungleich verteilt. Als Kommune sind wir hier gefordert, ausreichend Angebote zu schaffen, zur Erholung, aber auch zur Bildung in den Ferien. Doch auch in Dresden lassen die Debatten um Corona und ihre Folgen einen sozialen Blickwinkel bislang weitestgehend vermissen. Wenn es um die Themen Schule und Kita geht, dann darum, dass Eltern wieder arbeiten gehen können. Das Kinder ein Recht auf Bildung und gesellschaftliche Teilhabe haben, dass eine ganze Generation nun bald ein halbes Jahr mehr oder weniger viele Bildungschancen verliert, spielt in der Debatte im Umgang mit der Pandemie bislang keine Rolle. Damit riskieren wir, Schülerinnen und Schüler wissentlich abzuhängen.

Um diese Generation nicht aus dem Blick zu verlieren, soll der Oberbürgermeister nach den Vorstellungen der SPD-Fraktion Kooperationen mit den städtischen Museen und Kultureinrichtungen, aber auch dem Bäderbetrieb oder Hochschulen auf den Weg bringen, die technische, künstlerische, naturwissenschaftliche oder sportliche Schulinhalte anbieten. Dabei sollen vor allem die Kinder und Jugendlichen erreicht werden, die aufgrund der wochenlang geschlossenen Schulen massiv an Unterrichtsstoff verpasst haben. Die Angebote sollen vor Ort in den Stadtteilen und möglichst weitgehend gebührenfrei stattfinden, besonders in jenen Stadtteilen, die laut Bildungsbericht (sehr) starke soziale Belastungen aufweisen.

Frohwieser weiter:

Mit den Sommerkursangeboten wollen wir zusätzliche Angebote für Kinder und Jugendliche aller Altersklassen schaffen, um die coronabedingten Unterschiede und Ausfälle zumindest abzufedern. Gerade beispielsweise der ausgefallene Schwimmunterricht kann lebensgefährlich sein und wird nicht allein von den Familien kompensiert. Wir wollen Schülerinnen und Schüler nicht weiter abhängen, sondern neue Lernimpulse setzen, beispielsweise durch Freizeitangebote, die das Lernen verbinden. 

¹ Vgl. z.B..: https://www.ew.uni-hamburg.de/einrichtungen/ew1/vergleichende/diver/ueber-uns/aktuelles-neu/2020-stellungnahme-corona.html; http://library.fes.de/pdf-files/studienfoerderung/16228.pdf; https://www.deutschlandfunkkultur.de/bildung-in-der-coronakrise-die-schule-fehlt-als-sozialer.1008.de.html?dram:article_id=477643; https://www.ganztag-digital.de/2020/05/05/bildungsforschung-in-zeiten-von-corona/; https://hildok.bsz-bw.de/frontdoor/index/index/docId/1078.

 

Kontakt:

Dana Frohwieser
Fraktionsvorsitzende
Bildungspolitische Sprecherin
dana.frohwieser@spd-fraktion-dresden.de