Verkehrskonzept zum Fernsehturm hinterlässt viele Fragezeichen

PRESSEMITTEILUNG
22. Juni 2020

Am Freitagabend fand im Dresdner Kulturpalast eine Einwohnerversammlung statt, bei der die Stadtverwaltung und ein Planungsbüro das Verkehrskonzept für die Wiedereröffnung des Fernsehturms vorstellten. Bei der Veranstaltung äußerten viele Anwohnerinnen und Anwohner Kritik und Skepsis an den Planungen. Auch aus Sicht der SPD-Stadtratsfraktion hinterlässt das Verkehrskonzept viele inhaltliche Fragezeichen.

Neben den reinen Sanierungskosten für den Fernsehturm in Höhe von 26 Millionen Euro sind für eine angemessene verkehrliche Anbindung Baumaßnahmen im Umfang von knapp 44 Millionen Euro nötig. Viele der Maßnahmen, wie z.B. die neue Straßenbahnendstelle an der Rossendorfer Straße, sind ohnehin geplant. Ob diese bis zur geplanten Eröffnung aber geplant, finanziert und auch tatsächlich umgesetzt sind, ist bei den langen Abstimmungsprozessen in der Verwaltung und den begrenzten Finanzmitteln zweifelhaft. Bei der DVB würden zudem zusätzliche Betriebskosten in Höhe von 600.000 Euro pro Jahr entstehen.

Dazu erklärt Stefan Engel, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion:

Ohne ein funktionierendes Verkehrskonzept wird die Wiedereröffnung des Fernsehturms für die angrenzenden Stadtteile zum Desaster. Schleichverkehr und ungeordnetes Parken würden die Lebensqualität in Pappritz und Umgebung deutlich mindern. Gerade kurz nach einer möglichen Wiedereröffnung wäre der Besucherstrom am stärksten. Das Verkehrskonzept geht von äußerst optimistischen Annahmen aus. Bis Mitte der zwanziger Jahre soll nicht nur eine Vielzahl angedachter Straßenvorhaben umgesetzt sein. Auch komplett neue Projekte wie eine bustaugliche Wachwitzer Bergstraße tauchen darin auf. Wie dieses Projekt bis dahin geplant und finanziert sein soll, ist derzeit offen. Ohne diese Maßnahme hätte der ÖPNV aber keine konkurrenzfähige Reisezeit zum Fernsehturm. Bei anderen Planungen wie einem Parkplatz im Bereich Laubegast/Tolkewitz sind derzeit noch nicht mal passende Flächen absehbar. Ich bezweifle aber ohnehin, ob eine Kombination aus einem mehrere hundert Meter langen Fußweg, einer Fährfahrt und dem Umstieg in einen halbstündlich verkehrenden Kleinbus tatsächlich praktikabel ist.“

Mit Blick auf die weiteren Diskussionen zum Verkehrskonzept erklärt Engel:

Die vom Oberbürgermeister angedeutete Konzentration von Straßenbau- und ÖPNV-Mitteln für dieses eine Projekt lehne ich ab. Wir brauchen in ganz Dresden, inklusive dem Hochland und Elbhang, spürbare Verbesserungen. In finanziell schwierigen Zeiten wird das kein einfaches Unterfangen. Gerade weil das Verkehrskonzept ein neuralgischer Punkt ist, sollte die Bürgerschaft ausreichend Zeit für Anregungen und Hinweise haben. Die vorgesehenen 14 Tage sind bei der komplexen Thematik zu wenig. Hier erwarte ich von der Stadtverwaltung ein Entgegenkommen.

 

Kontakt:

Stefan Engel
Sprecher für Stadtentwicklung, Verkehr und Bau
stefan.engel@spd-fraktion-dresden.de