Q & A: Dresdner Kulturinseln und „Kunst trotzt Corona“

Auf der Sitzung am 25.06.2020 hat der Stadtrat die sogenannten „Kulturinseln“ beschlossen. Sowohl Gesamtkonzept, als auch Finanzierung haben zu einiger Diskussion geführt. Bereits am Montag wurden im Kulturausschuss auf Initiative der Grünen Fraktion wichtige Ergänzungen zur Vorlage vorgenommen. Auf der Stadtratssitzung ist es dann gelungen, einen weiteren von SPD-Stadtrat, Richard Kaniewski, initiierten gemeinsamen Änderungsantrag zu beschließen. Wichtigster Teil dieser Initiative: Weitere 500.000 € zusätzlich für die lokale Kulturszene

Worum geht es bei den Kulturinseln?

Sowohl Einzelhandel, als auch Kulturszene haben unter dem Corona-bedingten Lockdown gelitten. Während ersterer nun wieder angelaufen ist, durchlebt die Kulturszene eine noch immer andauernde Durststrecke. Deswegen hat das Oberbürgermeisteramt eine Ausschreibung gemacht für ein Konzept zur Wiederbelebung der Innenstadt. Überzeugt hat die Verwaltung ein Konzept von drei Bietern, die in insgesamt 12 Pagodenzelten kurze, 20-minütige Vorstellungen über die Innenstadt verteilt planen.

Was hat der Änderungsantrag von gestern bewirkt?

Für die Umsetzung des Konzeptes der Kulturinseln hat der Oberbürgermeister 500.000€ veranschlagt. Uns war es wichtig, die lokale Clubszene, die Kulturschaffenden, Kulturinstitutionen und Veranstalter*innen zusätzlich zu den Kulturinseln zu unterstützen. Deswegen wurden mit dem Änderungsantrag aus der Feder von Kaniewski weitere 500.000 Euro für ein Sonderbudget mit dem Titel „Kunst trotzt Corona“ gefordert. Dem hat der Stadtrat nun zugestimmt. Bis zur nächsten Stadtratssitzung soll der Oberbürgermeister ein vereinfachtes und zügiges Förderverfahren für weitere Projekte und Veranstaltungen auf dem gesamten Stadtgebiet entwickeln.

Warum war uns der Änderungsantrag wichtig?

Grundsätzlich verstehen wir die Dresdner Kunst- und Kulturlandschaft nicht als ein Vehikel für wirtschaftspolitische Impulse. Wichtig ist uns die gesamtheitliche Stärkung der lokalen Szene, die nach wie vor unter den vollständigen Einnahmeausfällen leidet. Die Vorlage des Oberbürgermeisters war ein Schritt in eine gute Richtung, jedoch nicht ausreichend.

Wie nochmal?

Die geplanten Kulturinseln können wirtschaftlich unterstützend wirken. ABER: in dieser Krise braucht es einen deutlichen #Wumms für diejenigen, die noch immer mit am stärksten von ihr betroffen sind: Die Clubszene, die Kulturschaffenden, Kulturinstitutionen und Veranstalter*innen. Mit dem Antrag konnten wir erreichen, dass mehr Akteur*innen durch die aktuelle Lage geholfen wird.