Tag der Wohnungslosen: Niedrigschwellige Angebote ausbauen

PRESSEMITTEILUNG

Dresden, den 10. September 2020

SPD-Fraktion fordert rasche Umsetzung der Duschbus-Initiative

Zum bundesweiten Tag der Wohnungslosen am 11. September weist die SPD-Fraktion Dresden auf die Situation einer der schwächsten Gruppen der Stadtgesellschaft hin: die der Wohnungslosen. Die Corona-Pandemie stellte alle Beteiligten im Bereich der Wohnungsnotfallhilfe zum Teil vor große Herausforderungen. So konnte die Essensausgabe nicht mehr in geschlossenen Räumen stattfinden, weswegen kurzerhand auf mobile Angebote umgestellt wurde. Auch die Umsetzung der Quarantäne-Bestimmungen bereiteten den Einrichtungen große Sorgen. Die Ausstattung mit Schutzausrüstung (Mund-Nasen-Bedeckungen, Desinfektionsmittel, etc.) erfolgte größtenteils auf Spendenbasis. Bislang verzeichnen die Einrichtungen zwar keine registrierten Corona-Fälle, wobei jedoch die Frage im Raum steht, inwiefern wohnungslose Menschen überhaupt getestet werden würden.

Dazu erklärt Vincent Drews, Sprecher der SPD-Fraktion für Soziales und Wohnen:

Ich bin allen Beteiligten der Wohnungsnotfallhilfe ausgesprochen dankbar für ihren Einsatz, der durch die Pandemie zum Teil stark erschwert wurde. Dieses Engagement zeigt, wie sozial Dresden sein kann und auf dieses soziale Dresden bin ich stolz. Während die Verwaltung damit beschäftigt ist, Wirtschaftszweige aller Art vor Corona-bedingten Verlusten zu bewahren, dürfen wir die Schwächsten unserer Gesellschaft nicht aus den Augen verlieren.

2018 hatte die rot-grün-rote Kooperation aus Fraktion Die LINKE, Fraktion Bündnis 90/ Die GRÜNEN und SPD-Fraktion ein Interessenbekundungsverfahren zur Einführung eines Duschbusses in Dresden, als neues mobiles Angebot in der Wohnungsnotfallhilfe, beantragt. Bislang ist daraus noch nicht viel geworden. Die Verwaltung sieht den Bedarf nach einem Duschbus noch nicht gesichert und will deshalb zunächst eine wissenschaftliche Bedarfsanalyse erstellen lassen.

Seitens der freien Träger und Vereine im Bereich der Wohnungslosenhilfe besteht an dem dringenden Bedarf des Duschbusses jedoch kein Zweifel. Im Gegenteil signalisieren die Akteure sogar den Wunsch nach einem Ausbau des Angebotes. Neben der Funktion als mobile Duschstationen wünschen sie sich, auch Pflegeangebote daran anzugliedern.

Drews fährt fort:

Ein Duschbus wird dringend benötigt, weil er mobil ist und damit auch wohnungslose Menschen erreicht, die nicht in staatliche Unterbringungseinrichtungen gehen. Es ist sinnvoll und wichtig, auch den Bereich der Pflege mit in den Bus zu integrieren. So entsteht ein ganzheitliches und niedrigschwelliges Angebot, was eine bessere Versorgung der wohnungslosen Menschen in Dresden sicherstellt. Je einfacher der Zugang, desto höher sehe ich die Wahrscheinlichkeit, dass die Angebote von der Zielgruppe auch wahrgenommen werden.

 

Kontakt:

Vincent Drews
Sprecher für Soziales und Wohnen
vincent.drews@spd-fraktion-dresden.de