Steigende (Jugend-)Arbeitslosigkeit in Zeiten von Corona

Kristin Sturm erkundigte sich nach der Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit während der Corona-Pandemie.

Einleitung:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

Rezession, Kurzarbeit, Strukturwandel: Der Arbeitsmarkt wird infolge der Corona-Pandemie derzeit kräftig durchgeschüttelt. So verlieren aktuell immer mehr Menschen ihre Jobs. Allein im Vergleich zum vergangenen Frühjahr sind in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen 14 Prozent mehr Menschen arbeitssuchend gemeldet. Die Zuwächse fallen vor allem in der Gruppe der jungen Menschen bis 25 Jahre sehr deutlich aus.

Bereits jetzt ist zu verzeichnen, dass Berufsanfänger:innen nach ihrer Ausbildung seltener übernommen werden. Vor allem in Branchen, die aktuell sehr stark von der Kurzarbeit betroffen sind, gehen die Neueinstellungen zurück. Arbeitgeber:innen sind daher in der Pflicht, eine steigende Jugendarbeitslosigkeit abzuwenden. Es muss jetzt gehandelt werden, um vor allem den jungen Menschen eine berufliche Perspektive geben zu können.
Als größter Ausbilder in der Landeshauptstadt Dresden kommt der Stadtverwaltung diesbezüglich eine besondere Rolle und Verantwortung zu. Doch welche Unterstützungsangebote neben der generellen „Chance auf einen attraktiven Berufsabschluss und späteren Arbeitsplatz bei guten Leistungen“, wie auf www.dresden.de geschrieben steht, gibt es von Seiten der Stadt für Berufseinsteiger:innen aktuell?

Daher bitte ich Sie um Beantwortung der folgenden Fragen:

Fragen:

  1. In wie weit haben sich die Arbeitslosenzahlen in der Landeshauptstadt Dresden im Vergleich zu den letzten drei Jahren verändert? Welche Entwicklung ist diesbezüglich besonders bei jungen Menschen festzustellen?
  2. Gibt es Bereiche bei der Landeshauptstadt Dresden oder den städtischen Betrieben, bei denen die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Personalbereich vermehrt zu spüren sind? Wenn ja, welche sind dies im Speziellen?
  3. Auch in der Sächsischen Landeshauptstadt und den städtischen Betrieben gab es in den vergangenen 12 Monaten eine Inanspruchnahme von Kurzarbeit.
    a. Wie viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer befinden sich aktuell noch immer in Kurzarbeit?
    b. Wie viele waren es vergleichend in den vergangenen Monaten seit März 2020?
    c. Welche Inanspruchnahme ist diesbezüglich besonders bei jungen Menschen festzustellen?
  4. Die Landeshauptstadt Dresden ist eine der größten Arbeitgeberinnen der Stadt. Auch mit der Corona-Pandemie werden die Aufgaben einer wachsenden Stadt nicht weniger.
    a. In wie weit haben sich die Beschäftigtenzahlen und Ausschreibungen seit März 2020 im Vergleich zu den letzten drei Jahren verändert?
    b. Wie viele Auszubildenden fingen im Herbst 2020 eine Lehre bei der Stadt Dresden und/oder städtischen Betrieben an? (Bitte vergleichend zu den letzten drei Jahren.)
    c. Wie viele Ausbildungsstellen sind für das Folgejahr bei der Stadt Dresden oder städtischen Betrieben ausgeschrieben worden? (Bitte vergleichend zu den letzten drei Jahren.)
  5. Welcher Entwicklungsbedarf für die Landeshauptstadt Dresden als Arbeitgeberin wurde durch die Corona-Pandemie zusätzlich aufgezeigt?
  6. In wie weit steht die Landeshauptstadt Dresden aktuell in Gesprächen mit den Gewerkschaften, der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer Dresden und/oder weiteren geeigneten Partnern, um zu ermitteln, in wie weit sich die hiesige Arbeitswelt durch Corona verändert hat und wie Arbeitnehmer:innen und vor allem Berufseinsteiger:innen im Zuge der Krise und auch darüber hinaus geschützt werden können?

Vielen Dank.

Kristin Sturm