Bürgerbeteiligung zur Umgestaltung des alten Leipziger Bahnhofs: SPD Stadtbezirksbeiräte werben für Kulturräume

PRESSEMITTEILUNG der SPD-Stadtbezirksbeiräte für die Neustadt
21. Januar 2022

Vor dem heutigen Bürgerbeteiligungsformat der Landeshauptstadt zur Umgestaltung des Alten Leipziger Bahnhofs werben die Stadtbezirksbeiräte der SPD in der Neustadt erneut für einen Fokus auf nicht-kommerzielle Clubs und kulturelle Freiflächen. Insbesondere im Kontext der Debatte um die „schiefe Ecke“ betonen sie die Notwendigkeit, solche Orte zu schaffen. Dem Vorschlagsrecht der beiden Stadtbezirksbeiräte war auf der Sitzung am Montag (17.01.) der Stadtbezirksbeirat (SBR Neustadt) mit großer Mehrheit gefolgt. Damit sollen die Kulturräume, Bandproberäume und Ateliers auf dem Gelände erhalten und ausgebaut werden. Weiterhin fordert der Beschlusstext, dass Bäume und Grünflächen erhalten und eine beleuchtete Fuß- und Radweganbindung installiert werden sollen.

Dazu erklärt Stadtbezirksrat Dr. Christian Demuth:

Man muss nüchtern feststellen: Es braucht Raum für Clubs und Freiräume auf Flächen wie am Alten Leipziger Bahnhof, wenn wir Konflikte wie an der schiefen Ecke in der Neustadt befrieden wollen. In der Neustadt leben heute doppelt so viele Menschen wie noch vor ein paar Jahren. Gleichzeitig feiern in der Neustadt weiter die jungen Leute von ganz Dresden. Doch in der Vergangenheit sind ständig Clubs und andere Kulturorte weggefallen oder müssen Lärmbelästigungsbeschwerden nach 22 Uhr die Musik runterdimmen. Wenn wir aber keine Flächen für junge Leute bereitstellen, dann feiern sie eben auf der Straße.

Dies ist aber keineswegs nur für die Neustadt wichtig. Zunehmend drohen kreative junge Leute nach Leipzig und Berlin abzuwandern. Sie bleiben nicht hier oder kommen erst gar nicht nach Dresden. Die Stadtspitze hat sich zu lange darauf ausgeruht, dass es die Kreativität der Neustadt gibt. Doch sie hat wenig dafür getan, um sie zu erhalten. Wir wollten daher früh die Forderung nach der Einrichtung nicht-kommerzieller Clubs, von Bandproberäumen, Ateliers und Freiräumen in den Planungsprozess auf dem fraglichen Gelände einbringen. Die Erfahrung zeigt: Solche Themen haben sonst kaum eine Lobby in dieser Stadt. Gerade in Konkurrenz zum Bau von Wohnungen wurden solche Nutzungen meist an den Rand gedrängt oder verschwanden einfach.

Noch ist der Flächentausch von Globus und SachsenEnergie nicht vollzogen, auch wenn darüber bereits berichtet wurde. Der Beschlusstext des SBR Neustadt sieht vor, dass die Landeshauptstadt selbst als Eigentümerin die entsprechenden Flächen erwerben möge.

Dazu führt Felix Göhler aus:

Die Fläche in der Südspitze des Alten Leipziger Bahnhofs ist ideal: Wegen der Bahngleise und der Ecklage spielt Ruhestörung und Lärmbelastung kaum eine Rolle. Mit der Hanse 3 und anderen Einrichtungen besteht schon ein spannender Kulturraum. Und durch Flächen und Räume der Deutschen Bahn in Form der Bahnbögen gibt es spannende Erweiterungsmöglichkeiten. Wien und Berlin zeigen, wie auf solchen Flächen interessante, nicht-kommerzielle kulturelle Nutzungen entstehen können.

Wir dringen darauf, dass die Stadt auch als Eigentümerin einen Teil der Fläche direkt übernimmt: Das ist die Voraussetzung dafür, dass Clubs, Bandproberäume, Ateliers und Freiräume auf dem Gelände entstehen werden und die Verwirklichung nicht an teuren Mieten und konkurrierenden Nutzungsinteressen scheitert. Hier muss sich die Stadt entscheiden. Die SachsenEnergie hat natürlich das Ziel, Gewinne zu erzielen. Sie hat derart aber auch oft wenig Interesse an Orten in der Nachbarschaft, an denen etwa Jugendliche feiern. Der Alte Leipziger Bahnhof ist einer der letzten Flächen in der Neustadt, die für eine solche nicht-kommerzielle Nutzung in Frage kommen.

Anhang:
Beschlusstext VorR-Neu00014/22 Clubs und Kulturräume auf der Fläche des Alten Leipziger Bahnhofs

Kontakt:

Dr. Christian Demuth
spd.neustadt.sbr@gmail.com