Umgang mit Stolpersteinen in Dresden

Stefan Engel erkundigte sich danach, wie die Verwaltung z.B. bei Baumaßnahmen mit Stolpersteinen umgeht.

Einleitung:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

an fast 300 Stellen im Dresdner Stadtgebiet wird mittels eines Stolpersteins an die Biografie von Menschen erinnert, die während der NS-Zeit ermordet oder schwer verletzt worden sind. Möglich wird diese Art der Erinnerungskultur nur durch das Wirken des Künstlers Günter Demnig und das Engagement des Stolpersteine für Dresden e.V. In den vergangenen Monaten haben mich mehrfach Beschwerden über den Umgang mit Stolpersteinen im Zuge von Baumaßnahmen erreicht. Obwohl sich Stolpersteine im Regelfall im öffentlichen Straßenraum befinden, sind diese beim Neubau von Häusern oder bei Bauarbeiten im Gehwegbereich durchaus betroffen. So wurde z.B. über den Stolpersteinen der Familie Jonas (Gutzkowstr. 32) zeitweise ein Bauschuttcontainer abgestellt (mit entsprechenden Schäden an den Stolpersteinen). Der Stolperstein von Kurt Schlosser (Leipziger Str. 72) wurde nach dem Neubau eines Wohnhauses nicht mehr am Originalstandort eingesetzt, sodass er nun schlechter sichtbar ist und häufig im Zuge von Anlieferungen überparkt wird. Dass ein solcher Umgang mit Stolpersteinen der historischen Bedeutung nicht gerecht wird, ist aus meiner Sicht unstrittig. Günter Demnig sagte ja nicht zu Unrecht „Stolpersteine sind ein Geschenk der Bürger an ihre Stadt”. Ich bitte in diesem Zusammenhang um die Beantwortung folgender Fragen:

Fragen:

  1. Welche Verfahrensweise hat die Stadtverwaltung bei Bauarbeiten im öffentlichen Straßenraum, die auch Standorte verlegter Stolpersteine betreffen?
  2. Wäre es möglich, die verantwortlichen Bauherren generell zu verpflichten, den Stolpersteine für Dresden e.V. vor Beginn der Bauarbeiten zu informieren, um eine rechtzeitige Bergung und spätere Wiederverlegung der Steine sicherzustellen?
  3. Wie beurteilt die Stadtverwaltung einen möglichen Übergang der bereits verlegten Stolpersteine in städtisches Eigentum, wie er in anderen deutschen Städten (z.B. Stuttgart) längst üblich ist?

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Engel