ANTRAG – Interfraktionell:
Das Fraktionsbündnis aus DIE LINKE, Bündnis 90/DIE GRÜNEN und der SPD-Fraktion fordert einen aktuellen Bericht, der die Gesundheitsziele der Einwohnenden Dresdens erfasst.
Aktueller Stand im Ratsinfosystem
Die Oberbürgermeisterin wird beauftragt,
- einen Bericht vorzulegen, der die laufenden und/oder bereits umgesetzten Programme und Projekte zur Arbeit mit den sächsischen Gesundheitszielen für die Einwohnerinnen und Einwohner Dresdens umfasst. Zudem soll der Bericht die Wirksamkeit dieser Programme einschätzen. Dabei sind die folgenden Gesundheitsziele zu berücksichtigen:
- Gesund aufwachsen
- Verringerung des Tabakkonsums in öffentlichen Einrichtungen
- Diabetes mellitus: Erkrankungsrisiko senken und Erkrankte früh behandeln
- Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen
- Brustkrebs: Mortalität vermindern und Lebensqualität erhöhen
- Aktives Altern: Altern in Gesundheit, Autonomie und Mitverantwortlichkeit
- zu berichten, welche gesellschaftspolitischen Ergebnisse die Landeshauptstadt Dresden seit 1991 durch ihre Mitgliedschaft im europäischen Netzwerk „Gesunde Städte“ erreicht hat. Dabei sollen Aspekte der Sozial- und Gesundheitspolitik, der Stadtentwicklungs- und Verkehrspolitik sowie der Umweltpolitik berücksichtigt werden. Insbesondere soll der Bericht auf die Umsetzung der Kernmerkmale der Gesunde Städte-Konzeption eingehen:
- Entwicklung und Stärkung einer ressortübergreifenden gesundheitsfördernden Kommunalpolitik
- Entwicklung und Stärkung von Verfahren zur Überprüfung gesundheitlicher Auswirkungen bei öffentlichen Planungen
- Entwicklung und Stärkung von Rahmenbedingungen für Bürgerinnen- und Bürgeraktivierung, -beteiligung und Selbsthilfe
Darüber hinaus soll der Bericht die Arbeit und die Ergebnisse mit dem Stadtgesundheitsprofil darstellen.
Begründung
Zu 1.
Die Gesundheitsziele dienen der Verbesserung der gesundheitlichen Situation der Bevölkerung. Sie stellen verbindliche Vereinbarungen dar, die möglichst viele Akteure des Gesundheitssystems einbeziehen. Diese Ziele fokussieren sich auf die Gesundheitsförderung in definierten Bereichen oder für bestimmte Gruppen.
Bisherige Erfahrungen im In- und Ausland zeigen, dass Gesundheitsziele in der Regel eine hohe politische Akzeptanz erfahren. Allerdings verläuft ihre Umsetzung in die Praxis oft schleppend oder bleibt sogar aus. Sachsen hat beispielsweise als erstes Bundesland das Gesundheitsziel „Aktives Altern“ initiiert. Mit dieser Formulierung wollte man den Herausforderungen des demografischen Wandels begegnen. An der Umsetzung der Gesundheitsziele sind viele Partner beteiligt, und Gesundheitsförderung stellt eine Querschnittsaufgabe kommunalen Handelns dar.
Zu 2.
Das Gesunde-Städte-Projekt wurde 1986 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) initiiert und stellt ein langfristiges internationales Entwicklungsprojekt dar. Sein Ziel besteht darin, die Gesundheit der Bevölkerung auf die politische Tagesordnung in den europäischen Städten zu bringen. Zudem soll eine Lobby für öffentliche Gesundheit in Kommunen aufgebaut werden, um das körperliche, geistige und soziale Wohlbefinden der Menschen zu verbessern.
Die Projektstädte haben sich in Netzwerken zusammengeschlossen. Die Stadt Dresden trat im November 1991 dem europäischen und dem deutschen Netzwerk bei. Ein Projektbüro der Landeshauptstadt Dresden initiiert und koordiniert im Rahmen des Gesunde-Städte-Projektes Programme zur kommunalen Gesundheitsförderung in Dresden. Dieses Büro informiert zu Gesundheitsthemen und vermittelt die Mitarbeit bei WHO-Projekten. Es ist mit einer Personalstelle besetzt.
Das übergreifende Ziel des WHO-Netzwerkes besteht darin, gesundheitliche Chancengerechtigkeit für alle Bevölkerungsgruppen herzustellen. Vorrangig geschieht dies durch Netzwerkarbeit im WHO-Projekt, indem das Thema Gesundheit in allen politischen Bereichen berücksichtigt wird. Zudem wird der Einbezug der Bürgerinnen und Bürger bei politischen Entscheidungen in der Landeshauptstadt Dresden gefördert.
Die Umsetzung des internationalen Projektes erfolgt auf kommunaler Ebene in Dresden mit Schwerpunkten wie „Kinder- und Jugendgesundheit“, „Aktives und gesundes Altern“, „Förderung der körperlichen Aktivität“ sowie „Gesunde Stadtplanung“. Das 6. Stadtgesundheitsprofil wurde im Jahr 2012 durch die Landeshauptstadt veröffentlicht.
Bild von Parentingupstream auf Pixabay