08. November 2018
GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG
Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN, SPD-Fraktion
SPD und Grüne zeigen sich zufrieden mit dem Kompromiss im Bauausschuss und sehen eine positive Veränderung an der Kesselsdorfer Straße.
Boulevard Kesselsdorfer Straße erheblich verlängert, Kesselsdorfer Straße wird leistungsfähig: Grüne und SPD begrüßen Kompromiss im Bauausschuss
In der gestrigen Ausschusssitzung beschloss man nach langer Fachdebatte die Sanierung des Mittelabschnitts Kesselsdorfer Straße. Die Sanierung ist aufgrund des Straßenzustandes und der Verbreiterung des Gleisabstandes dringend notwendig.
Der Bauausschuss stimmte mit den Stimmen von Rot-Grün-Rot gegen die Vertreter der CDU mehrheitlich für die Variante 3-A. Damit wertet man den östlichen Abschnitt zwischen Wernerstraße und der in Bau befindlichen Zentralhaltestelle zu einer Fußgängerzone mit Nahverkehr auf. Allerdings könne man der vierspurige Ausbau des kurzen Mittelabschnitts zwischen Rudolf-Renner-Straße und Wernerstraße nicht vermeiden.
Linke, Grüne und SPD beschlossen zudem Maßnahmen, die die negative Wirkung der Straßenbreite durch Begrünung verringern sollen. Außerdem soll man den Ausbau so durchführen, dass eine Fahrspur nachträglich noch wegfallen kann, wenn sich das Verkehrsaufkommen deutlich verringert. Dazu muss man Teile des Autoverkehrs langfristig auf die Coventrystraße verlagern.
Dazu Hendrik Stalmann-Fischer, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion:
„Die gefundene Variante verbindet die Wünsche der Bürger mit den fachlichen Notwendigkeiten. Die DVB wird auf ihrer überlasteten Linie 7 breite Wagen und mehr Sitzplätze anbieten können, der Autoverkehr wird flüssig fließen und für Fußgänger und Radfahrer verbessert sich die Situation deutlich. Das wachsende Löbtau erhält eine eigene kleine Fußgängerzone mit hoher Aufenthaltsqualität. Dies wird der Bedeutung des Stadtteilzentrums gerecht. Die Hintertür für einen schmaleren Mittelabschnitt bleibt offen, falls sich die Voraussetzungen eines Tages ändern.“
Johannes Lichdi, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, ergänzt:
„Die intensive Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, Bauausschuss, Baubürgermeister, Bürgerschaft und Stadtbezirksbeirat haben sich gelohnt: Wir konnten herausarbeiten, dass auch der Abschnitt östlich der Wernerstraße dem Boulevard Kesselsdorfer Straße zugeschlagen werden kann. In der Bürgerversammlung wurden verschiedene Varianten angeregt, die wir sehr detailliert der Verwaltung in mehreren Runden zur Prüfung gegeben haben. Leider konnte der Bereich westlich der Wernerstraße nicht reduziert werden, weil es sonst zu einem Rückstau von PKW und einer Behinderung der Straßenbahnen gekommen wäre. Aufgrund der LOS-Bewertung F wäre eine Reduzierung spätestens an der Landesdirektion gescheitert. Wir haben den Baubürgermeister beauftragt, die weitere Planung des Boulevards in einer Planungswerkstatt mit den Bürgerinnen und Bürgern bis zum 30.4.2019 zu erarbeiten.“
Hintergrund:
Die beste dreispurige Variante besitzt in der Prognose eine Verkehrsqualität F (entspricht Schulnote 6) an der Kreuzung Kesselsdorfer Straße/Rudolf-Renner-Straße. Dies bedeutet im Durchschnitt 207 Sekunden Wartezeit an der Ampel und eine durchschnittliche Rückstaulänge von 276 Metern und würde von den Landesbehörden nicht genehmigt.
Geprüft wurde die Ursprungsvariante (vierspurig, keine Fußgängerzone) sowie eine vierspurige Variante und zwei dreispurigen Variante mit Fußgängerzone zwischen Wernerstraße und Zentralhaltestelle. Der Stadtrat entscheidet final in seiner Sitzung am 22.11.2018.
Kontakt:

Hendrik Stalmann-Fischer
Sprecher für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr
hendrik.stalmann-fischer@spd-fraktion-dresden.de