PR-Posse an der Goldenen Pforte

PRESSEMITTEILUNG
20. April 2020

Zentrale Maskenausgabe und Gesundheitsschutz vertragen sich nicht

Die Ankündigung und Umsetzung einer zentralen Ausgabe von CORONA-Schutzmasken durch den Oberbürgermeister an der Goldenen Pforte verwundert die SPD-Fraktion im Dresdner Stadtrat sehr. Aus gesundheitspolitischer Sicht wäre eine andere Form der Verteilung wünschenswert gewesen.

Dazu erklärt Richard Kaniewski, Sprecher für Ordnung und Sicherheit:

Die teilweisen Lockerungen der CORONA-Maßnahmen müssen einhergehen mit noch stärkerer Umsicht und dem Einhalten der bisherigen Schutzmaßnahmen. Die Bereitstellung und Versorgung mit Masken ist gut. Die Nutzung eines Mund-Nasen-Schutzes zur Verhinderung der Ausbreitung des Virus auch. Zum Schutz von Anderen und zum Schutz von sich selbst. Sowohl im ÖPNV und in Geschäften, wie nun auch vom Freistaat vorgeschrieben, aber auch darüber hinaus kann das Leben retten und den Virus bei seiner Ausbreitung behindern.

Es ist daher zu begrüßen, dass die Stadt Dresden 200.000 Masken organisiert hat und den Dresdnerinnen und Dresdnern kostenfrei zur Verfügung stellt. Hingegen nicht verständlich ist das Agieren des Oberbürgermeisters. Die gesamte Aktion besitzt leider den faden Beigeschmack der reinen Selbstvermarktung. Die Inszenierung bis zur Vergabe an der Goldenen Pforte war bestens geskriptet.* Doch aus gesundheitspolitischen Erwägungen war dies eine völlig absurde Nummer. Nur der eingestickte Namenszug von Herrn Hilbert fehlt noch, um die PR-Aktion perfekt zu machen. Das ist kein solides Krisenmanagement, das ist Marketing. So richtig und wichtig die Bereitstellung der Masken ist, der Alleingang des OB und die einseitige Vermarktung ist äußerst kritikwürdig! Hauptsache PR um jeden Preis.

Dr. Viola Vogel, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion ergänzt:

Die zentrale Ausgabe von Schutzmasken an der Goldenen Pforte läuft der Zielstellung, Neuansteckungen durch Vermeidung von großen Menschenansammlungen zu verhindern, komplett entgegen. Menschen in Größenordnungen zu einem Zeitpunkt an einen zentralen Ort zu rufen, ist aus gesundheitlicher Sicht äußert fragwürdig. Eine dezentrale Ausgabe wäre der bessere und auch vernünftigere Weg gewesen. Risikogruppen wären einfacher zu erreichen und der Gesundheitsschutz hätte auch stärker gewahrt bleiben können. Allerdings gibt es für solche Aktionen dann weniger schöne Fotos. Ein Preis, der sich zu zahlen lohnt, wenn es um den Schutz von Menschen geht.

* Hintergrund:

(1) Am Anfang der vergangenen Woche wird der Freistaat Sachsen noch vor Beschluss der absehbaren neuen Regelungen durch den Oberbürgermeister öffentlich angegriffen.

(2) Am Donnerstag betont der Oberbürgermeister, dass Menschen sich kümmern sollten und der Markt es regeln wird. Unternehmer sollten doch Masken in ihren Läden zur Verfügung stellen, wenn sie gute Unternehmer sind. Dies führt zu nichts anderem als Verunsicherung.

(3) Am Freitag wird dann verkündet, dass Dresden gut vorbereitet sei und eigene Masken angeschafft hat.

(4) Und am Sonntag wird für Montag angekündigt, dass an der Goldenen Pforte eine zentrale und kostenfreie Ausgabe von Masken stattfinden wird.

 

Kontakt:

Richard Kaniewski
Sprecher für Allgemeine Verwaltung, Ordnung und Sicherheit
Richard.kaniewski@spd-fraktion-dresden.de

 

 

Dr. Viola Vogel
Stadträtin für Blasewitz
viola.vogel@spd-fraktion-dresden.de