Positive Aussichten auf bezahlbaren Wohnraum?!

PRESSEMITTEILUNG

Dresden, den 13. August 2020

Städtische Flächen reichen nur für 1.900 kommunale Wohnungen

Derzeit vermietet die kommunale Wohnungsbaugesellschaft „Wohnen in Dresden“ (WiD) schon 388 Wohnungen an die Dresdnerinnen und Dresdner. In den nächsten fünf bis sechs Jahren können daraus mit den derzeitigen städtischen Flächen maximal 1.900 Wohnungen werden. Dies gab die Stadtverwaltung auf Anfrage des wohnungspolitischen Sprechers der SPD-Fraktion, Vincent Drews, bekannt. Allein in diesem Jahr noch sollen weitere 117 Bestandswohnungen aus dem Eigentum der Landeshauptstadt Dresden an die WiD übertragen werden. Für weitere 940 Wohneinheiten existieren bereits geeignete und fest gesicherte Flächen.

Insgesamt sieht die Stadtverwaltung bis zum Jahr 2030 in Dresden Potenzial für 21.200 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Dieser Neubau wird sich vor allem auf die Stadtbezirke Altstadt, Neustadt und Pieschen konzentrieren. In den vergangenen 5 Jahren wurden jedes Jahr durchschnittlich 2.300 neue Wohnungen geschaffen.

Dazu erklärt Vincent Drews:

Dresden braucht mehr bezahlbaren Wohnraum. Das von der Verwaltung genannte Potenzial ist beachtlich und weist gute Perspektiven auf. Und dennoch: Die WiD kann mit 1.900 Wohnungen noch nicht dafür sorgen, dass die Mietpreise in Dresden in Zukunft bezahlbar sind. In Bezug auf den nächsten Doppelhaushalt müssen wir großzügig Mittel für neue Grundstücke einstellen, damit weitere Projekte verwirklicht werden können. Neben der WiD sehe ich aber auch die privaten Investoren in der Verantwortung.

In der vergangenen Wahlperiode hat der Stadtrat mit den Stimmen der SPD-Fraktion eine Richtlinie zum kooperativen Baulandmodell verabschiedet. Danach sind Investoren verpflichtet, 30 Prozent mietpreisgebundene Wohnungen in ihren Bauprojekten zu schaffen, wenn ein neuer Bebauungsplan erstellt oder überarbeitet wird.

Drews weiter:

Sozial gerechtes Wohnen heißt nicht nur, dass Mietzahlungen kein Luxus sein dürfen. Wohnen muss auch an Lebenssituationen angepasst werden, sei es an größere Familien oder Senior*innen. Dabei ist es wichtig, die einzelnen Stadtteile gut zu durchmischen und die Entstehung von Brennpunkten zu vermeiden. Hierbei muss die Stadt im kooperativen Modell konsequent mit den Bauherren verhandeln.

Aus städteplanerischer Perspektive fügt der baupolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Stefan Engel, hinzu:

Dresden besitzt derzeit noch genug Potenzial für neue Wohnungen. Es kommt aber darauf an, dass diese tatsächlich entstehen und auch bezahlbar sind. Mit einer Abwanderung ins Umland aufgrund von fehlendem Angebot und hohen Preisen werden wir uns nicht abfinden. Dresden muss eine Stadt für alle Menschen bleiben. Eine stärkere Regulierung durch die Stadtverwaltung und viel Neubau schließen sich aber nicht aus. Das zeigen die hohen Neubauzahlen der letzten Jahre. Zentral wird sein, auch die notwendige Infrastruktur für neue Wohnquartiere zu schaffen. Wenn sich der Neubau auf die Altstadt, die Neustadt und Pieschen konzentriert, sollten dort auch die nötigen Stellschrauben gedreht werden. Neue Grünflächen, Bildungseinrichtungen und der Ausbau von ÖPNV und Radverkehr müssen mitgedacht werden.

 

 

Kontakt:

Vincent Drews
Sprecher für Wohnen und Soziales
vincent.drews@spd-fraktion-dresden.de 

 

Stefan Engel
Sprecher für Stadtentwicklung, Verkehr und Bau
stefan.engel@spd-fraktion-dresden.de