Wohnungslosigkeit bekämpfen – vor Ort helfen

PRESSEMITTEILUNG
Dresden, den 13. Januar 2021

SPD-Fraktion reicht Antrag zur weiteren Förderung von mobiler Sozialarbeit ein

Die Versorgung wohnungsloser Menschen gelingt am besten, wenn sie möglichst niedrigschwellig, also einfach zugänglich ist, vor Ort erfolgt und nicht erst beantragt werden muss. Ein wichtiger Baustein des Dresdner Hilfeangebots ist daher die mobile Sozialarbeit, die bislang durch das Projekt „MenschenWürde – leben und wohnen“ der Diakonie-Stadtmission Dresden abgedeckt wurde. Der Bewilligungszeitraum lief mit Ende des Jahres 2020 aus. Eine Anschlussfinanzierung muss dringend gesichert werden. Deshalb hat die SPD-Fraktion Dresden einen Antrag zur weiteren Förderung von mobiler Sozialarbeit eingereicht. Dieser Antrag steht in Zusammenhang mit der Kampagne „Dresden.Sozialbar. Ein soziales Dresden ist machbar“, mit der die SPD-Fraktion die Bedeutung eines sozialen und solidarischen Miteinanders in Dresden betonen will.

Vincent Drews, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion:

Wohnungslose Menschen sind besonders in der kalten Jahreszeit auf unsere Unterstützung angewiesen. Derzeit sind etwas mehr als 300 Menschen in städtischen Übergangswohnheimen gemeldet. Die Dunkelziffer von wohnungs- bzw. obdachlosen Menschen liegt deutlich darüber. Von den freien Trägern wird sie auf bis zu 1000 in Dresden geschätzt. Viele wohnungslose Menschen lehnen es ab, sich in die Hände des städtischen Hilfesystems zu begeben. Grund ist beispielsweise die Skepsis gegenüber staatlichen Stellen, der teilweise schlechte Ruf der Übergangswohnheime oder auch das Unwissen über mögliche Hilfsangebote. Voraussetzung für Hilfe ist aber, dass die Menschen sie freiwillig annehmen. Niemand kann und soll gezwungen werden und eine Perspektive zur Veränderung der eigenen Lebenslage ist umso besser, je mehr die Betroffenen selbst etwas ändern wollen. Der behutsame Aufbau von Vertrauen ist mit einer mobilen Arbeit, die zu den Betroffenen geht, die beste Chance, um Vorbehalte abzubauen und weitergehende Hilfsangebote zugänglich zu machen. Immer mit dem Ziel, die Menschen wieder in eigenen Wohnraum zu bekommen.
Eine sozialere und solidarischere Dresdner Stadtgesellschaft ist möglich. Projekte wie die mobile Sozialarbeit leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Die Wohnungsnotfallhilfe ist dabei von zentraler Bedeutung. Denn wie sozial eine Gesellschaft ist, zeigt sich nicht zuletzt daran, wie sie sich um die kümmert, die Hilfe am dringendsten brauchen.

Drews fährt fort:

Die mobile Sozialarbeit ist kein spezifisches Dresdner Thema. Daher würde ich mir in erster Linie eine weitere Förderung durch das Land wünschen. Vor allem für das Projekt SafeDD des Suchtzentrums Leipzig, das die suchtpräventiven Angebote am Wiener Platz, in Gorbitz und der Neustadt seit zwei Jahren organisiert und durchführt. Sollte das nicht gelingen, muss die Stadt Dresden einspringen. Die mobile Sozialarbeit ist für viele wohnungs- und obdachlose Menschen überlebenswichtig. Dieses Angebot zurückzufahren hieße, Menschenleben auf Spiel zu setzen, das werden wir als SPD-Fraktion nicht hinnehmen.

Kontakt:

Vincent Drews
Sprecher für Soziales und Wohnen
vincent.drews@spd-fraktion-dresden.de