Abholzung des Waldes am Leutewitzer Park verhindern! – Stadtrat entscheidet

PRESSEMITTEILUNG
Dresden, den 01. April 2021

Am gestrigen Mittwoch (31. März) sollte der Bauausschuss des Dresdner Stadtrats über einen Bebauungsplan für knapp 50 neue Wohnungen in einem Waldstück am Leutewitzer Park entscheiden. Die Fraktionen von CDU, Linken, FDP und Freien Wählern unterstützen das Projekt mittlerweile (Ausschussvotum 7 Ja, 8 Nein, 1 Enthaltung) und haben die endgültige Entscheidung auf die nächste Stadtratssitzung gehoben. Mit dieser Kehrtwende wird auch das eindeutige Votum des Stadtbezirksbeirats Cotta in Frage gestellt, der das Projekt im November parteiübergreifend (2 Ja, 14 Nein, 3 Enthaltungen) abgelehnt hatte.  SPD-Stadtbezirksbeirat Henrik Ahlers hatte die Position des Stadtteilgremiums in der gestrigen Ausschusssitzung noch einmal vorgetragen.

Selbst die Stadtverwaltung stuft das Vorhaben städtebaulich als „nicht standortverträglich“ ein. Die Verwaltung bestätigte weiterhin, dass der Investor seinen Pflichten aus einem benachbarten Bauprojekt (z.B. Herstellung eines abgestuften Waldrandes) immer noch nicht nachgekommen sei. Eine Anfrage von SPD-Stadtrat Stefan Engel hatte zudem schon im letzten Jahr ergeben, dass dem Investor gar nicht das komplette Baugebiet gehört, sondern sich drei der geplanten Häuser teilweise auf einem derzeit städtischen Grundstück befinden sollen.

Dazu erklärt Stefan Engel, Sprecher für Stadtentwicklung und Umwelt der SPD-Fraktion:

Das Waldstück am Leutewitzer Park muss erhalten bleiben! Die Planungen des Investors sind ideenlos und finden vor Ort keinerlei Akzeptanz. Warum hat die Stadt Dresden eigentlich einen Flächennutzungsplan, wenn er an dieser Stelle einfach übergangen wird? CDU, Linke, FDP und Freie Wähler sollten sich wirklich überlegen, ob sie das klare Votum des Stadtbezirksbeirats mit Füßen treten wollen. Ein Waldstück direkt am bestehenden Leutewitzer Park hat ein enormes biologisches Potenzial. Hier bietet sich die Gelegenheit, eine bestehende Grünfläche schrittweise zu erweitern. Gerade in Zeiten von Klimawandel und Artensterben sind solche Areale wichtig. Das hat auch die Bürgerschaft vor Ort erkannt. Wer wegen 48 neuer Wohnungen zur wohnungspolitischen Grundsatzdiskussion ausholt, betreibt politisches Schattenboxen. Dresden braucht zusätzlichen Wohnraum, aber da gibt es geeignetere Gebiete mit viel größerem Potenzial. Ich hoffe, dass die Fraktionen ihre Position bis zur Stadtratssitzung überdenken.

Kontakt:

Stefan Engel
Sprecher für Stadtentwicklung, Verkehr, Bau und Umwelt
stefan.engel@spd-fraktion-dresden.de