Die Dresdner Stadtverwaltung hat heute mitgeteilt, dass es auf der Marienbrücke nun doch keine Abmarkierung des Gleiskörpers für die Straßenbahn geben soll. Damit werden die Straßenbahnlinien 6 und 11 auch weiterhin im Stau des Autoverkehrs stehen. Mit der Entscheidung folgt Oberbürgermeister Hilbert einem rechtlich nicht bindenden Beschluss der rechten Seite des Stadtrats vor der Sommerpause.
Noch Ende März hatte sich der Stadtrat im Haushaltsbeschluss mit breiter Mehrheit für die konsequente Beschleunigung der DVB-Linien ausgesprochen, um die Wirtschaftlichkeit des Fahrbetriebs zu erhöhen. Das Ziel, auf der Linie 6 ein Fahrzeug einzusparen und damit hunderttausende Euro an Betriebskosten zu sparen, rückt mit dieser Entscheidung nun in weite Ferne.
Dazu erklärt Stefan Engel, stellv. Fraktionsvorsitzender und verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion:
Oberbürgermeister Hilbert blockiert die Beschleunigung der DVB. Es ist wenig glaubwürdig, über die hohen Kosten der DVB zu lamentieren, aber dann diese Maßnahme zu verhindern. Die Einsparung von Fahrzeugen und Betriebskosten kann nur durch eine konsequente Beschleunigung der Straßenbahnen erreicht werden. Nun stellt sich die Straßenbahn wieder im Stau an. Es ist erstaunlich, wie schnell sich die Mehrheit des Stadtrats und die Stadtspitze vom Haushaltsbeschluss verabschieden. Seit 20 Jahren stagniert das Tempo des ÖPNV in Dresden. Seit dem Wegfall der Carolabrücke hat die Zuverlässigkeit noch einmal abgenommen. Bei Konzertveranstaltungen bekommt die DVB ausnahmsweise Vorrang, aber der normale Fahrgast auf dem Weg zur Arbeit schaut weiter in die Röhre. Eine logische Verkehrspolitik schaut anders aus.
Kontakt:
Stefan Engel
Sprecher für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Allgemeine Verwaltung
Stadtrat für Pieschen
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