Elli Martius erkundigt sich zu leerstehenden Gewerbeflächen und Potenzialen für Kreativräume in Dresden.
Einleitung:
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
in der Landeshauptstadt Dresden sind seit mehreren Jahren Leerstände von Gewerbeflächen und Ladenlokalen, insbesondere in der Innenstadt und in Gewerbegebieten mit Strukturwandel, zu beobachten.
Gleichzeitig besteht ein anhaltender Mangel an bezahlbaren Räumen für Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft – etwa für Proberäume, Ateliers, Werkstätten, Projekträume und temporäre Nutzungen, die zur Belebung des Stadtraums beitragen können.
Mehrere Studien belegen punktuell Leerstände (vgl. “Büroflächenkonzept” 2021 der bulwiengesa AG/Baasner Stadtplaner GmbH, “Einzelhandelserfassung 2022” des Amts für Stadtplanung und Mobilität, “Leerstandsanalyse der Dresdner City” durch die Fachhochschule Dresden). Eine systematische Erfassung leerstehender oder leerwerdender Flächen, die sich für kulturelle oder kreative Zwischennutzungen eignen, liegt bislang nicht öffentlich vor. Ebenso ist keine Strategie erkennbar, wie diese Flächen der Nutzung kultur- und kreativwirtschaftlicher Akteur:innen zur Verfügung gestellt werden können, um diese für Dresden wichtige Wirtschaftsbranche zu stärken.
Vor diesem Hintergrund bitte ich um Beantwortung folgender Fragen:
Fragen:
1. Welche städtischen (Gewerbe-)Flächen werden aktuell nicht genutzt und wie gestalten sich die Planungen für diese?
2. Gibt es konkrete Planungen, bestimmte Flächen für kultur- und kreativwirtschaftliche Nutzung zur Verfügung zu stellen? Wenn Nein, warum nicht?
3. Wie viele von der Stadt oder kommunalen Gesellschaften bewirtschaftete Gebäude oder Räume werden derzeit für kulturelle oder kreative Nutzungen (z. B. Proberäume, Ateliers, Projekträume, Zwischennutzungen) bereitgestellt? In welchem Umfang werden dabei Zwischennutzungsmodelle oder Kooperationen mit Vereinen und Trägern genutzt? Falls es derzeit keine Bereitstellung für kreative Nutzungen gibt, warum nicht?
4. Gibt es seitens der Stadt eine strukturierte Erhebung des Bedarfs an Räumen für Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft? Welche Schnittstellen bestehen zwischen Stadtverwaltung, Wirtschaftsförderung, Kulturverwaltung und externen Akteuren, um Leerstände zu erfassen oder zu vermitteln?
5. Auf welche Weise plant die Stadtverwaltung, bestehende Leerstandsdaten fortzuschreiben oder zu aktualisieren, um Entwicklungen nach der Pandemie und neue Nutzungsformen (Kreativräume, Co-Working, Pop-Up-Konzepte) abzubilden?
6. Bestehen derzeit Programme, Beratungsangebote oder Fördermöglichkeiten der Stadt, die darauf abzielen, Leerstände in Dresden für kreative Nutzungen (z. B. Proberäume, Ateliers, Werkstätten) zu aktivieren? Falls Nein: Plant die Stadtverwaltung, solche Instrumente zu entwickeln?
7. Wie stellt die Stadtverwaltung die Fortführung des Projektes “Kreativ.Raum.Börse” des Branchenverbandes der Kultur- und Kreativwirtschaft WIR GESTALTEN DRESDEN sicher? Wie werden die Erkenntnisse und Ergebnisse aus dem Projekt in Strategien übersetzt, die die kreativwirtschaftliche Nutzung und Vernetzung von Raumangeboten vorantreiben?
8. Welche finanziellen und legislativen Hebel gibt es, um kreative Zwischennutzungen an die Branche zu realisieren?
Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen
Elli Ilse Martius