Mehrere Dresdner Medien haben gestern über den aktuellen Planungsstand für ein neues DVB-Liniennetz berichtet. Die beiden dort skizzierten Varianten sehen vor, massive Streichungen im Liniennetz vorzunehmen und entweder fast alle Buslinien auszudünnen oder aber das stadtweite Taktangebot auch bei den Straßenbahnlinien weitestgehend auf einen 15-Minuten-Takt zu kürzen. Folge dieser Vorschläge wäre der Verlust von 10 Millionen Fahrgästen jährlich – das sind 32.000 pro Tag – und die Streichung von über 140 Arbeitsplätzen bei der DVB.
Grundlage der Streichvorschläge ist die eigenmächtige Vorgabe des Oberbürgermeisters zur Deckelung des Verlustausgleichs der DVB auf 80 Millionen Euro. Eine solche Maßgabe hatte der Stadtrat in seinem Haushalts-Auftrag zur Liniennetz-Überprüfung im März 2025 aber nicht beschlossen.
Erstaunlich ist auch die Informationspolitik der Stadtverwaltung: Ursprünglich sollte der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr schon in seiner Sitzung am 26./27. November über den Sachstand zu einem möglichen neuen DVB-Liniennetz informiert werden (Tagesordnungspunkt 25.3.). Bei der Sitzung wurde dieser Punkt von der Verwaltung aber abgesetzt. Offenbar sollten Stadtrat und Öffentlichkeit vor der Entscheidung über das DVB-Bürgerbegehren im Stadtrat am 11. Dezember im Unklaren gelassen werden.
Dazu erklärt Stefan Engel, verkehrspolitischer Sprecher und stellv. Vorsitzender der SPD-Fraktion:
Das ist keine Optimierung, das ist ein Kahlschlag! Diese Vorschläge greifen den erfolgreichen Dresdner Nahverkehr in seinen Grundzügen an. Dresden ist eine wachsende Stadt und braucht einen leistungsfähigen Nahverkehr. Das Streichkonzert des Oberbürgermeisters sorgt für Stau und Verkehrschaos in Dresden. Wenn die DVB jeden Tag 32.000 Fahrgäste verlieren, werden das auch alle Autofahrer in unserer Stadt merken. Mit der SPD-Fraktion wird es so ein Streichkonzert nicht geben. Die vorgesehene Streichung von 140 Stellen sorgt auch für massive Verunsicherung in der DVB-Belegschaft. Es ist erstaunlich, dass Stadtrat und Öffentlichkeit von diesen Vorschlägen aus den Medien erfahren. Warum wurde der Bauausschuss Ende November nicht ins Bild gesetzt? Offenbar wollte man wichtige Informationen vor dem Ratsvotum zum Bürgerentscheid unter Verschluss halten.
Kontakt:
Stefan Engel
Sprecher für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Allgemeine Verwaltung
Stadtrat für Pieschen
stefan.engel@spd-fraktion-dresden.de
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