Ansicht auf den Vorplatz Eingang-West des Dresdener Hauptbahnhofs.

Verwaltung ignoriert Stadtratsbeschluss zu Ordnung und Aufenthaltsqualität an der Ostseite des Hauptbahnhofs

Im Juni 2024, also vor über anderthalb Jahren, hatte sich der Dresdner Stadtrat auf Antrag der SPD-Fraktion für eine Aufwertung der Ostseite des Hauptbahnhofs ausgesprochen. Die damalige SPD-Stadträtin Anne Holowenko hatte u.a. vorgeschlagen, die Beleuchtungssituation unter den Brücken „Am Hauptbahnhof“ zu verbessern, gegen Fahrradleichen vorzugehen, mehr Mülleimer zu installieren und eine angemessene Begrünung zu schaffen (Beschlussausfertigung siehe Anhang). Da das Umfeld des Hauptbahnhofs immer wieder im Fokus öffentlicher Diskussionen steht, sollte eine zügige Bearbeitung des Stadtratsauftrags eigentlich selbstverständlich sein. Die Dresdner Medien bezeichneten den Vorplatz damals u.a. als „Ekel-“ oder „Stinkvorplatz“.

Doch anderthalb Jahre später ist vollkommen unklar, ob die Verwaltung überhaupt irgendetwas gemacht hat. So findet sich im öffentlichen Ratsinformationssystem (https://ratsinfo.dresden.de/vo0050.asp?__kvonr=25757) nicht eine einzige Beschlusskontrolle zum Thema. Üblicherweise werden diese alle sechs bis zwölf Monate erstellt, um die Abarbeitung von Beschlüssen zu dokumentieren. Auch andere schriftliche Informationen haben die Stadtratsmitglieder bisher nicht erreicht. Während für den Wiener Platz neuerdings umfassende und kostspielige Pläne zur Umgestaltung bestehen (https://www.dresden.de/de/stadtraum/zentrale-projekte/wiener_platz.php), droht die Ostseite des Hauptbahnhofs in Vergessenheit zu geraten.

Dazu erklärt Stefan Engel, Sprecher für Stadtentwicklung der SPD-Fraktion:
An der Ostseite des Hauptbahnhofs besteht immer noch dringender Handlungsbedarf. Fahrradleichen, unangenehme Gerüche und eine unzureichende Beleuchtung prägen immer noch den Bereich rund um die Brücken. Gerade in einer touristisch geprägten Stadt wie Dresden muss der erste Eindruck doch positiv sein. Das Erscheinungsbild eines Hauptbahnhofs strahlt auf die ganze Stadt aus. Der Stadtrat hat die Verwaltung vor anderthalb Jahren mit konkreten Verbesserungen beauftragt. Bis heute ist nicht erkennbar, ob dieser Auftrag überhaupt ernsthaft bearbeitet wurde. Das ist inakzeptabel. Ich habe noch nicht erlebt, dass man nach anderthalb Jahren nicht mal eine einzige Beschlusskontrolle erhalten hat. Auch in Zeiten angespannter Haushalte muss eine schrittweise Behebung solcher Problemstellen möglich sein. Der Stadtrat und die Öffentlichkeit müssen hier umgehend informiert werden. Die Ostseite des Hauptbahnhofs darf nicht in Vergessenheit geraten.
Kontakt:

Stefan Engel
Sprecher für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Allgemeine Verwaltung
Stadtrat für Pieschen
stefan.engel@spd-fraktion-dresden.de