Rückansicht auf das Lingnerschloss in Dresden. Vor dem Turm und dem Galeriegang aus Sandstein sind Tische und Schirme aufgestellt.

Lingnerschloss: SPD-Fraktion will Übertragung des Erbbaurechts an private Investoren stoppen

Die SPD-Fraktion Dresden will die Übertragung des Erbbaurechts vom Lingnerschloss an private Investoren verhindern und hat dazu einen Eilantrag in den Stadtrat eingebracht.

Mit ihrem Antrag fordert die SPD-Fraktion ein klares Bekenntnis des Stadtrats zum Verbleib des Lingnerschlosses in städtischer Hand und zu den im Testament von Karl August Lingner formulierten Maßgaben zur dauerhaften öffentlichen Zugänglichkeit.

Darüber hinaus soll der Oberbürgermeister dem Stadtrat bis zum 31. Oktober 2026 einen Vorschlag für eine gemeinsame Betreibung von Lingnerschloss und Schloss Albrechtsberg vorlegen. Dabei sollen die Erkenntnisse aus dem bereits beauftragten, bislang jedoch nicht veröffentlichten Gesamtkonzept für die künftige Betreibung der Dresdner Schlösser einbezogen werden.

Ziel ist eine wirtschaftlich tragfähige und gemeinwohlorientierte Lösung, die Synergien bei Vermarktung, Veranstaltungsmanagement und Gebäudebetreuung nutzt, das bürgerschaftliche Engagement stärkt und dauerhaft ohne zusätzliche Zuschüsse der Landeshauptstadt auskommt.

Besonders kritisch sieht die Fraktion, dass der Stadtrat bislang nicht über die Entwicklungen informiert wurde. Bereits im Juli 2023 hatte der Stadtrat beschlossen, das Erbbaurecht zurückzuführen und ein neues Schlösserkonzept vorzulegen. Medienberichten zufolge laufen jedoch bereits seit August 2025 Gespräche über eine Übernahme durch private Investoren.

 

Die Loschwitzer Stadträtin Kristin Sturm-Karls erklärt dazu:

 

Das Lingnerschloss ist kein Spekulationsobjekt, sondern ein Geschenk an die Dresdnerinnen und Dresdner. Statt einer transparenten und gleichberechtigten Ausschreibung wurden offenbar hinter verschlossenen Türen Fakten geschaffen. Der Stadtrat darf bei einer so weitreichenden Entscheidung nicht außen vor bleiben. Mir ist wichtig zu betonen, dass wenn es Interessenten für das Lingnerschloss gibt, auch alle die gleiche Chance erhalten müssen. Dafür braucht es ein öffentliches Interessenbekundungsverfahren und keine Vorfestlegung auf einzelne Investoren.

Karl August Lingner wollte ein offenes Schloss für alle – kein exklusives Projekt für Millionäre. Diesem Vermächtnis fühlen wir uns verpflichtet.

 

 

Kontakt:

Portraitansicht der Stadträtin Kristin SturmKristin Sturm-Karls
Sprecherin für Wirtschaft, Tourismus und Sport
Stadträtin für die Stadtbezirke Loschwitz und Leuben
kristin.sturm@spd-fraktion-dresden.de

 

 

 

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