Am 11. September ist der bundesweite Tag der wohnungslosen Menschen. Die Dresdner Landtagsabgeordneten Sophie Koch und Albrecht Pallas sowie Stadträtin Julia Hartl nehmen den Tag zum Anlass, mehr bezahlbaren Wohnraum, verlässliche soziale Hilfen und einen stärkeren Gewaltschutz für Frauen zu fordern.
Die Zahl der in Dresden erfassten wohnungslosen Menschen ist deutlich gestiegen: Aktuell sind es laut Sozialamt 437 wohnungslose Frauen und Männer, 2023 waren es noch 343. Das sind 94 Menschen mehr und ein Anstieg um rund 27 Prozent. Erfasst sind Menschen, die von der Stadt untergebracht sind. Die tatsächliche Zahl kann daher höher liegen. Obdachlose Menschen sind hier nicht erfasst.
Albrecht Pallas, Mitglied des Sächsischen Landtages, erklärt:
Der deutliche Anstieg muss uns zu denken geben. Der beste Schutz vor Wohnungslosigkeit ist eine bezahlbare Wohnung. Gerade Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen haben es in Dresden immer schwerer, passenden Wohnraum zu finden. Wir brauchen mehr bezahlbaren und sozialen Wohnraum. Dresden braucht dringend einen Bauturbo, damit mehr Wohnungen entstehen.
Julia Hartl, Stadträtin für Soziales:
Von 343 auf 437 erfasste wohnungslose Menschen – diese Entwicklung zeigt, dass wir uns keine Kürzungen in der sozialen Arbeit leisten können. Die Stadt muss Beratung, Prävention und Unterbringung absichern. Gerade in einer schwierigen Haushaltslage müssen wir klare Prioritäten setzen. Wer heute bei sozialen Hilfen und Prävention kürzt, verschärft die Probleme von morgen.
Sophie Koch, Mitglied des Sächsischen Landtages und gleichstellungspolitische Sprecherin ihrer Fraktion fordert, Wohnungslosigkeit und Gewaltschutz stärker zusammenzudenken:
Frauen bleiben zum Teil länger in gewaltvollen Beziehungen, weil sie keine bezahlbare Wohnung für sich und ihre Kinder finden. Die Entscheidung vor der die Frauen stehen, darf niemals heißen: Gewalt aushalten oder keine Wohnung haben. Wir brauchen sichere Schutzorte und abgesicherte soziale Beratung. Frauenhäuser, Wohnungslosenhilfe, Kommunen und Wohnungswirtschaft müssen dafür noch enger zusammenarbeiten.
Kontakt:
Julia Hartl
Sprecherin für Soziales, Gleichstellung, Bürger:innenbeteiligung und Petition
Stadträtin für die Dresdner Neustadt
julia.hartl@spd-fraktion-dresden.de
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